Print 
Staatssekretär Dernburg in Britisch- und Deutsch-Süd-Afrika / von Oskar Bongard
Place and Date of Creation
Page
82
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

XV.

Windhuk, den 5. August 1908. Von Keetmanshoop nach Windhuk.

In verhältnismässig knapper Zeit vom Schutzgebiet viel zu sehen, war für Dernburg nur möglich, wenn er die grossen Ent­fernungen des Landes, die nach Wochen zu bemessen sind, in kürzester Zeit zu bewältigen vermochte. Für die Strecke Keet­manshoopWindhuk mit Umwegen ca. 650 Kilometer wurde deshalb das grosse Automobil der Schutztruppe benutzt, wodurch eine Trennung der Kolonne bedingt wurde. Der Staatssekretär, Gouverneur v. Schuckmann und Dr. Rathenau fuhren im Kraft­wagen, Graf Henckel v. Donnersmarck, Oberleutnant v. Saldern und Distriktschef Dr. v. Vietsch ritten über Land und Bauin­spektor Schlüpmann nahm ebenso wie ich von Lüderitzbucht aus den Seeweg über Swakopmund, von wo ihn die Bahn nach Wind­huk brachte. Dort sollten sich alle wieder vereinigen.

Am 27. Juli fuhr Dernburg von Lüderitzbucht mit der Bahn nach Keetmannshoop und am 28. Juli wurde dort die Autofahrt angetreten. Ueber Berseba und Groendoorn ging es nach Gibeon, wobei verschiedene Farmen besucht und ein Abstecher nach den Blaugrundstellen der Gibeoner Schürf- und Handelsgesellschaft unternommen wurden. Es scheint sich um Fissurepipes zu han­deln, bei denen vielleicht der Blaugrund nicht durch die Gewalt vulkanischer Eruption in senkrechter Richtung emporgepresst ist, sondern Spalten ausfüllt, welche die Erde in horizontaler Rich­tung durchziehen.

In dieser Formation sind bisher nur wenige oder keine Dia­manten gefunden worden. Die Gibeoner Schürf- und Handelsge­sellschaft hat neun Blaugrundstellen aufgefunden, von denen bis­her sieben untersucht sind; leider mit ungünstigem Ergebnis. Die Gesellschaft geht mit Ernst und Eifer an die Arbeit und hat einen bekannten deutschen Mineralogen, Professor Scheibe, auf