XIII.
Die Diamanten von Lüderitzbucht.
Lüderitzbucht, 28. Juli 1908.
Wenn Sie jemand treffen, meine verehrten Leser, der in den letzten Wochen aus Lüderitzbucht zurückgekehrt ist, dann werden Sie ihn sicherlich über die Diamantenfunde befragen. Und er wird dann gleichmütig in die Westentasche greifen und einige der glitzernden Steine hervorholen. Ich glaube, es gibt wenige Menschen in Lüderitzbucht, die keine Diamanten besitzen. Wohin man kommt, in den Wirtschaften, auf der Bahn und auf den Schiffen, überall dreht sich die Unterhaltung um die Diamanten. Jeder Dampfer bringt Leute, die ihrethalben hierher kommen. Die de Beers-Gesellschaft von Kimberley hat zwei Vertreter gesandt, die sich die Felder ansehen sollen, und einige Geologen, die sich aus anderen Gründen im Lande aufhalten, sind ebenfalls hierher geeilt. Dernburg, der am 25. Juli, morgens 4 Uhr, in Lüderitzbucht angekommen war, besichtigte die Lagerstätten der Diamanten noch am selben Tage. Mit der Bahn ging es bis zur Station Colmannskopf, 16 Kilometer von Lüderitzbucht. Dort standen Reitpferde und Maultierkarren bereit und in einer halben Stunde gelangte die Kavalkade an eine Stelle, die sich als besonders reich erwiesen hat. Der Boden der ganzen Gegend besteht aus feinem Sand, der mit vom Wind geschliffenen, linsenförmigen, ungefähr 5 Millimeter dicken Steinchen durchsetzt ist, die hauptsächlich aus Jaspis, Chalecodon, schwarzem Kieselschiefer, Quarz und Achat bestehen.
Das anstehende Gestein gehört zur Urformation (Flasengneis, durchbrochen von Eruptivgesteinen mancherlei Art). Die Inhaber des Schürffeldes, die zugleich die Führer waren, nämlich die Herren Oberbahnmeister Stauch, Regierungsbaumeister Weidt- mann und Oberingenieur Nissen, kommandierten: »Halt, absitzen, hinlegen!«