XI.
Von Prieska nach Keetmanshoop. — Unerquickliche Autofahrt. — Die Cap-Asbestos-Mine. — Upington und die Kupfermine. Areachab. — Eisenbahnpläne. — Unfall des Dr. Rathenau. — Ausrüstungsschmerzen. — Warmbad und die Bondelszwarts. —■ Das Farmland des Südens.
Keetmanshoop, 21. Juli 1908.
Die im letzten Bericht ausgesprochene Befürchtung ist eingetroffen. Das kleine Automobil erlitt schon dreissig Meilen hinter Prieska seinen ersten Unfall. Aber auch das grosse mit 42 Pferdekräften, das Direktor Hirschhorn von der de Beers-Gesellschaft zur Verfügung gestellt hatte, versagte einigemal auf dem ungünstigen Gelände. Herr Hirschhorn wurde mir von verschiedenen Seiten als ein Mann geschildert, der jedem nach Kimberley kommenden deutschen Landsmann in freundlicher Weise an die Hand geht. Seine an Aufopferung grenzende Gefälligkeit zu erproben, war auf der Fahrt von Prieska nach Upington Gelegenheit genug. Wiederholt kamen Pneumatikschäden vor, dann blieben die Autos im Sande stecken und mussten kilometerweit geschoben werden, wobei Dernburg und Dr. Rathenau schwitzend kräftig Hand anlegten.
Am 8. Juli wurde die Cap-Asbestos-Mine jenseits des Oranje- flusses besucht. Der Abbau des blauen, langfaserigen und elastischen Asbestes lohnt ganz gut, der Betrieb ist aber nicht allzu gross. Das Mineral wird in Karren bis nach Prieska gefahren, wo es mit der Bahn verfrachtet wird. Es findet hauptsächlich in der elektrischen Industrie Verwendung.
Am 9. 'Juli hatte das grosse Automobil zwei Pneumatikschäden, denen nachmittags um 1 Uhr ein Achsenbruch folgte; es musste auf freiem Felde zurückgelassen werden. Zwei Stunden