VIII.
Pretoria, 25. Juni 1908.
Transvaals Verhältnis zu England. — Helden des Burenkrieges. — Dernburg und General Botha. — Wirtschaftlicher Wert Transvaals. — Heuschrecken- und Viehseuclienbekämpfung. — Pretoria. — Das Andenken Krügers. — Deutsche Schulen in Südafrika.
Transvaal hat bis zum heutigen Tage dem britischen Löwen, der es verschlang, Verdauungsbeschwerden bereitet. Wer glaubt, dass die Buren ein rechtloses geknechtetes Volk seien, das von
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den Siegern ausgesogen wird, der irrt. Die Engländer mussten dem zähen Volk der Buren gegenüber nachgeben und Transvaal hat heute eine eigene Verfassung. Die engüsche Partei im Parlament ist machtlos und der Gouverneur ist lediglich eine Figur, nur Repräsentant des Königs. Transvaal ist besser daran denn je: Es ist selbständig und hat hinter sich die politische Macht des grossen britischen Weltreiches und den Schutz des Heeres und der Flotte, ohne dass es hierfür etwas aufzuwenden braucht. Als Premierminister steht der aus dem Kriege bekannte General Botha an der Spitze, der mit Recht das unbegrenzte Vertrauen seiner Landsleute geniesst. Ihm stehen im Ministerium General Delarey, de Villiers und Smith zur Seite, während Stein und Herzog sich mehr im Hintergrund halten. Interessant war es, diese Männer kennen zu lernen, die in schwerer Kriegsnot die Stütze ihres Volkes bildeten und die nun in friedlichem Wirken ihr Land zu wirtschaftlichem Aufschwung zu führen suchen. Man kann jetzt sagen, dass sich die Buren mit den Verhältnissen abgefunden haben.
Transvaal ist, wenn man von Gold und Diamanten absieht, die einen plötzlichen unnatürlichen Aufschwung, aber auch