III.
Kapstadt, 7. Juni 1908.
Maskenball an Bord. — Meeresleuchten. — Das Panorama von Kapstadt. — Groote Schnur und Cecil Rhodes. — Kapstadt. — Dernburgs Ankunft. — Dr. Rathenau. — Kommers der Deutschen
in Kapstadt.
Die Dampferfahrt liegt hinter uns als eine angenehme Erinnerung, denn bis zuletzt verlief alles in schönster Ordnung und Eintracht. Den Höhepunkt bildete ein Maskenball der vereinigten ersten und zweiten Klasse, bei dem einige recht originelle, an Bord gefertigte Kostüme zum Vorschein kamen. Die Union-Castle- Line lässt es sich angelegen sein, ihren Passagieren das Leben an Bord so angenehm wie möglich zu machen. Die Bedienung ist ganz vorzüglich; sie kann es aber auch sein, da der Engländer ganz andere Trinkgelder austeilt, als wir es auf unseren deutschen Afrikadampfern zu tun gewöhnt sind.
Mit Recht sprach Staatssekretär Dernburg bei dem um Mitternacht aufgetragenen Souper den Dank der Passagiere aus. Auch Poseidon tat sein möglichstes, um unsere Fahrt zu verschönen; er bescherte uns nicht nur eine ruhige See, sondern veranstaltete auch ein wundervolles Feuerwerk, nämlich ein herrliches Meeresleuchten. Sieben Mal bin ich über den Aequator gekommen, so prachtvoll wie dieses Mal habe ich aber noch nie diese eigenartige Naturerscheinung gesehen. Am Bug des Schiffes sprühte ununterbrochen eine Garbe grünlich schimmernder Feuerfunken empor, die, sich teilend, in rasender Eile an den Wänden des Schiffes entlang glitten. Wo die Wandung des Schiffes sie zurückwarf, da erglühten sie aufs neue und umschlangen den Riesenrumpf gleich einem feurigen Kranze. Ueberall wo Widerstand das Wasser in Schaum verwandelte, enstand das sonderbare phosporeszierende Leuchten, das kleine Lebewesen des Meeres