Sechstes Kapitel.
Die Bewohner der Gilhertinseln.
Es kann nicht meine Absicht sein, hier ein vollständiges Bild über die Gilbertiner einzuschieben. Ich würde dazu nötig haben die Arbeiten von Wilkes im fünften Band der United States Exploring Expedition, Finschs „Ethnologische Erfahrungen und Belegstücke aus der Südsee" (dritte Abteilung Mikronesien), Parkinsons Abhandlung im zweiten Band des Internationalen Archivs für Ethnographie, eine englische Missionsarbeit im ersten Band des Journal of the Polynesian Society und eine französische von Hartz er „Les lies blanches des mers du sud" nebst zahlreichen kleineren heranzuziehen, deren kritische Würdigung allein einen Band für sich in Anspruch nehmen würde. Damit soll aber nicht gesagt sein, dass die Gilbertinseln ethnographisch gut bekannt wären. Überall Notizen und Andeutungen, aber keine ausgiebige wissenschaftliche Behandlung. Das was ich in dem folgenden bringe, sind im wesentlichen nur meine eigenen Beobachtungen, die bei dem vagabundierenden Leben und mangels eines guten Dolmetschers auch nur recht unvollständig sind. Über vieles ist schon im vorhergehenden Kapitel berichtet, im besonderen über die Geographie der noch so schlecht vermessenen Atolle, von denen ich ihres gleich- mässigen Aussehens halber nur wenig Abbildungen bringe. Hat doch gerade solche, sowohl von den Gilbert- als auch von den Marshallinseln in ausgezeichneter Grösse und Ausführung Alexander Agassiz in seinem Werke „The coral reefs of the tropical Pacific" gebracht, lauter Lichtdrucktafeln, fast in Quartformat! Wer könnte mit solcher amerikanischen Munifizenz wetteifern! So ist es mir möglich, meine Studien hier kurz zusammenzufassen. Die