Fünftes Kapitel.
Fahrt nach den Gilbertinseln.
Zwei Tage dauerte bei einer steifen Nordostbrise die Überfahrt von Djalut nach Butaritari, der nördlichsten der Gilbertinseln. (Fig. 15.) Butaritari bildet ein Dreieck mit der Spitze nach Süden. Wir bekamen zuerst die an der Westspitze gelegene Insel Pikät in Sicht, und fuhren dann an der Südwestseite des Atolls dahin, welche aus zahlreichen kleinen Inseln besteht. Nur in der Mitte dieses Dreieckschenkels liegt eine grössere, einen stumpfen Winkel bildende Insel, auf welcher wir mehrere Eingeborenenhütten sahen
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und welche auf den Karten Tukurere heisst. Es soll der Sitz des Königs sein, welcher wegen Erkrankung an Syphilis häufig hierher sich zurückzuziehen pflegt. Zwischen dieser Insel und der Südspitze des Atolls liegt die grosse Einfahrt, ungefähr 500 m breit und ohne wesentliche Untiefen mit Ausnahme eines grossen Steines nahe der Königsinsel. Auf der anderen Seite der Passage, in die wir aber nicht einfuhren, sahen wir auf dem Riff die Trümmer eines gestrandeten Schoners, des „Flink" der Jaluitgesell- schaft, der hier in Lee zu Anker gehen wollte, aber dabei strandete. Ein bald eintretender Weststurm besiegelte sein Schicksal und brach ihn in drei grosse Stücke, die getrennt voneinander herumlagen. Weiter ging es an der Südwestseite der grossen Hauptinsel Butaritari entlang bis zur Südspitze, von der aus sich die Insel noch weit nach Nordosten hin ausdehnt. Sie nimmt fast ununterbrochen nahezu die ganze Südostseite des Dreiecks ein, welche also einen grossen Wall bildet, während die Nord- und Südwestseite aus zahlreichen kleinen und kleinsten Inselchen in mehr oder wenigen grossen Abständen voneinander zusammengesetzt