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Hawaii, Ostmikronesien und Samoa : meine zweite Südseereise (1897 - 1899) zum Studium der Atolle und ihrer Bewohner / von Augustin Krämer
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Drittes Kapitel.

Oktober und November 1897 auf Samoa.

In der Morgenfrühe des 30. September wurde Land gemeldet. Bald tauchten die grünen Berge Upolus aus der dunstigen Morgen­atmosphäre empor, erst in verschwommenen Konturen, dann mählich plastischer hervortretend. Ich erkannte rasch alle die Berge, die Plätze, die Orte wieder, wo ich ein paar Jahre vorher so viele Monate geweilt, und Freude überkam mich, Avie wenn man einem alten lieben Freunde nach langer Trennung entgegengeht, in der gewissen Aussicht, ihm in kurzem die Hand drücken zu können. Apia liegt an der Nordseite Upolus, und so ging der Kurs stracks drauf los. (Fig. 9.) Bald trat der hinter Apia gelegene, von dem 1000 m hohen Gebirgskamm abgetrennte, und nur 400 m hohe Apiaberg hervor, von den Samoanern Vae a genannt nach einer alten Sage. Den Namen führt jetzt die am Fusse des Berges ca. 50 m hoch gelegene katholische Missionsstation, die einen kleinen Leuchtturm befeuert, der mit dem gleichfalls auf katholischem Boden am Strande bei der Kirche gelegenen in eins kommend, die Aussteuerungslinie für den Apiahafen gibt. So bringt die katholische Mission hier nicht allein am Landelight to the benighted people", wie die eng­lischen Missionare in ihren Schilderungen von sich auf jeder Seite zu sagen belieben, sondern auch auf See den benachteten See­leuten. Noch sieht man den Strand von Apia nicht; aber doch sucht man schon mit dem Fernrohr den Hafen nach Masten ab, an denen man erkennen könnte, was für Schiffe da sind. Man rindet aber keine, und als man näher kommt, bestätigt es sich, weder deutsche noch englische Kriegsschiffe sind anwesend. Jetzt sieht man auch schon die Häuser am Strande, wie sie sich an der