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Hawaii, Ostmikronesien und Samoa : meine zweite Südseereise (1897 - 1899) zum Studium der Atolle und ihrer Bewohner / von Augustin Krämer
Entstehung
Seite
62
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Zweites Kapitel.

Hawaii.

Am 11. August 1897, 9 Uhr vormittags, machte dieChina" am Bollwerk in Honolulu fest. Wie der erste Anblick der Inseln, so ist auch der erste Schritt an Land wenig erfreulich. Ein sonniges Gelände mit Lagerschuppen und kümmerlichen Häusern. Auch der zunächst gelegene Teil der Stadt ist alles weniger, denn anmutig. Allenthalben nur Weisse, nichts von Eingeborenen zu sehen. Hier sollte ich länger als 14 Tage bleiben? Sofort an die Arbeit. In wenig Augenblicken führte mich ein Mann der Gepäck- beförderungsgesellschaft, welche sich meiner Kisten annahm und sie ohne meine Gegenwart anstandslos durch den Zoll brachte, zu dem Geschäftsgebäude der Firma Hackfei dt & Co. Mein erster Gang war zum deutschen Konsul, Herrn Hackfeldt, welcher mir in liebens­würdigster Weise alsbald einen Eingeborenendiener besorgte und Rat­schläge wegen Mietung eines Hauses gab. Es dauerte nicht lange, so hatte ich eine kleine Cottage in der nahen Alekenstrasse Nr. 27 bei einer Mrs. Lewey gefunden für 5 Dollar die Woche. Es war ein kleines zweizimmeriges Holzhaus mit Veranda, ganz dicht an der Strasse und in der Nähe des Hafens gelegen, unter dem Drang der Verhältnisse das Beste, was ich erhalten konnte. Vor der Tür stand ein hoher Tamarindenbaum, mit dessen eingekochten Früchten mich meine freundliche Wirtin des öfteren beglückte, ohne freilich viel Dankbarkeit meinerseits zu finden, da ich vor der Wirkung derselben zurückschreckte. Bald nach dem Frühstück in dem nahegelegenen glänzend angelegten Hawaian Hotel meldete sich mein neuer Diener, ein junger Hawaiier Namens Mahelone. Auch die Kisten waren inzwischen erschienen, wir packten aus, und