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Zebra-Jagd.
Die Überschrift zu der folgenden Er
zählung
ist eigentlich schon ein weid
männisches Vergehen, denn man sollte das Zebra gar nicht als jagdliches Wild betrachten. Dieser wunderbar schöne, kräftige Einhufer hat offenbar eine vollkommen andere Bestimmung als die, nur mit Haut
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und Wildpret dem Menschen zu dienen, und ich hoffe es noch durchgesetzt zu sehen, daß er aus der Liste der jagdbaren Tiere ausgeschieden wird. Wenn ich aber dennoch selbst gegen diese meine heutige Ansicht gefehlt habe, so geschah das zunächst in einer Zeit, als ich noch zu wenig Jäger und Tierkenner war, um das Unrecht, auf das Zebra Jagd zu machen, einzusehen; dann wohl auch hie und da, wo ich des Wild- prets notwendig bedurfte, und endlich aus wissenschaftlichen Gründen. Um die eben ausgesprochene Ansicht klar zu stellen, muß ich bemerken, daß der wichtigste, von den Menschen gezähmte Einhufer gerade in den Ländern, in denen das Zebra lebt, fast unbrauchbar ist. Das Pferd leidet derartig unter dem Klima der heißen Gebiete Afrikas und ganz besonders der feuchten Landstriche, daß man auf seine Verwendung wird verzichten müssen. In den südlichen Teilen des vom Zebra bewohnten Gebietes, wo das Klima für Pferde besser ist, tritt die „Pferdesterbe' 4 genannte Seuche verheerend auf.
In den rein tropischen Landstrichen sind Malaria, Moskitos, Zezefliegen und andere böse Insekten immer noch so grimmige Feinde des Pferdes, daß man die Versuche, dasselbe heimisch zu machen, die auch ich in ziemlich großem Maßstabe mit ungünstigem Erfolge angestellt habe, wird unterlassen müssen.
Der Esel ist schon sehr viel eher verwendbar, aber natürlich kein Ersatz für das Pferd, und ich bin der Überzeugung, daß entweder die verschiedenen Arten des Zebra, die noch heute existieren (zwei derselben sind schon vernichtet worden: das Quagga
v. Wissmann. Zweite Auflage. ^