Große Antilopen.
.. £ , Die Jagd in der Wildnis ist so ver
schieden von der daheim, daß nur ein U Jäg el \ der beide kennt, sich ein an
nähernd richtiges Urteil darüber bilden kann.
In der Heimat ist es mehr ein Genuß, ein hohes Vergnügen, bei dem die mit der Jagd verbundenen Strapazen derart in den Hintergrund treten, daß man mit Recht vom „frischen, fröhlichen Jagen u sprechen kann. Die Poesie und das Lied haben sich nicht ohne Erfolg die Jagd, das Wild und den Jäger zu Motiven ausersehen, und zweifellos ist auch mit der Jagd, wie sie allerdings nur in Deutschland und Osterreich ausgeübt wird, eine gewisse Poesie verbunden, die dem Stadtmenschen entgegenweht, wenn er hinaustritt in die kühlen, duftigen Hallen der deutschen Wälder. Der Jäger ist großen Entbehrungen nicht ausgesetzt, ja im Gegenteil, die Jagd gibt einen gesunden Durst, der immer leicht zu stillen ist und Jagdfrühstückc und Jagddiners pflegen die anregendsten und feuchtesten zu sein.
Anders in der Wildnis. Hier sind die Strapazen bei weitem ernsterer Natur, hier sind Entbehrungen mancher Art unumgänglich; den Jäger erfreut schon ein Trunk kühlen Wassers, und er ist zufrieden, wenn sein Nachtlager einigermaßen gegen die Unbilden der Witterung geschützt ist, und endlich hat er auch häufig mit wehrhaftem Wild zu tun, das ganz anders wie unser Wild daheim die Nerven erregt.
Es ist daher mancher eifrige Weidmann in der Heimat noch lange kein Jäger der Wildnis. Vielleicht erlaubt es ihm seine Konstitution nicht, sich den großen Strapazen auszusetzen und fraglos gehört schon sehr viel mehr Passion dazu, dort zu jagen, wo das Vergnügen in Vergleich mit der Arbeit und Gefahr so weit in den Hintergrund tritt. Im höchsten Grade ist dies aber im tropischen Afrika oder besser überhaupt in tropischen Gebieten der Fall, denn hier tritt noch ein Umstand hinzu, der
16*
Orixantilope.