Dem Löwen, wenn er nicht, was übrigens häufig vorkommt, in Rudeln jagt, fällt der afrikanische Büffel nur selten zur Beute. Als Beleg dafür, daß dieses wehrhafte Tier den großen Räuber in Respekt zu halten weiß, diene folgende Beobachtung:
Ich stand eines Tages mit zwei Europäern auf der einen Seite einer von dichtem Wald eingefaßten Wiese. Drüben auf der anderen Seite, vielleicht 400 Schritt von uns entfernt, zogen eben die ersten Stücke einer Büffelherde ins Freie, um auf Äsung zu treten; es folgten nach und nach mehrere Kühe und junge Stiere. Plötzlich stutzten die vordersten, schnaubten, daß wir es hören konnten, und beobachteten scharf einen Gegenstand vor sich im Grase. Immer mehr Neugierige kamen hinzu, und bald stand eine kleine Phalanx Kopf neben Kopf, wild schnaubend, den Boden mit den scharfen Hufen schlagend, ein Etwas vor sich, das sich im Grase bewegte, bedrohend.
Bald sprang eine Kuh einige Schritte rückwärts, wandte sich wie spielend zur Flucht, um dann wieder kehrt zu machen, vorzurücken und mit den Hörnern den Boden drohend aufzuwühlen. Die meisten übrigen schlössen sich dem Spiele an, und so entstand ein fortwährendes Vorwärts- und Rückwärtsdrängen. Jetzt waren die letzten des 25 Stück zählenden Rudels auf die Blöße herausgetreten. Noch einmal regte es sich im Holze und mit bedachtsam wuchtigem Schritt, das mächtig gehörnte Haupt erhoben, um Wind zu ziehen, trat ein kolossaler alter Bulle, der Herr der Herde, aus dem Holz.
Einige Sekunden stand er und beobachtete das Spielen der Herde, die sich immer aufgeregter benahm. Dann schien auch er plötzlich erregt zu werden und stieß einen