Gazellen und kleine Antilopen.
D
er
Leser dieser Erzählungen wird nicht
selten an Ausdrücken Anstoß nehmen, die das Weidmannsohr befremden, denn es ist schwer, unsere weidmännischen Bezeichnungen auch auf fremdes Wild zu übertragen. Ist der weibliche Elefant „Tier", „Kuh" oder gar (er gehört ja zu den Viel- hufern) „Sau"? Ebenso das Nashorn oder Flußpferd. Letzteres wird hie und da mit „Hengst" und „Stute" unterschieden, da es ja Flußpferd heißt. Dem Aussehen nach ist es aber ein mächtiges Schwein, und trotzdem sagt man doch gewöhnlich Flußpferd-„Kuh" und -„Bulle". —
Die Grenze zwischen Hoch-, Mittel- und Niederjagd ist für fremdes Wild noch nicht gezogen, und am besten sagt man wohl: Groß-, Mittel- und Kleinwild.
Zum kleinen Wilde in Afrika rechnet man gewöhnlich die Gazellen und Zwergantilopen, zum Mittelwild die großen Antilopen, Zebra, Strauß etc. und zum großen Elefant, Nashorn, Flußpferd, Giraffe und Büffel. Kleines Wild würde also umfassen: die Wald- und Sumpfböcke, Riedböcke, Ducker, Gazellen, Klippspringer, Steinböckchen und Zwergantilopen.
Die Sumpfböcke stehen in den Mangrove-Sümpfen und Deltas der Mündungen afrikanischer Flüsse, in feuchten Niederungen und an den Ufern von Flüssen, Seen und Lagunen.
Den Sumpfböcken in ihrer Lebensweise am nächsten kommen die hauptsächlich an Flußufern, in feuchten Wiesen und Schilfbeständen, weniger in großen Sümpfen stehenden Riedböcke. Ihnen folgen die im Urwald sowohl, als in dichtem Buschgelände lebenden Waldböcke, Zwergantilopen und Ducker und endlich die große Anzahl der verschiedenen Gazellen, die die Steppen, ja Wüsten bewohnen und mit der kargen, spärlichen Äsung der erbärmlichsten und trockensten Landstriche vorlieb nehmen, mit Ausnahme der schönen Palla (Aepyceros melampus), die Wald- und Parklandschaft bevorzugt.
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Thomson-Gazelle.