Jagden in Indien.
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Hiischziegenantilope.
Trotz geringer Jagderfolge zähle ich meine Reise nach Indien zu der schönsten und interessantesten.
• Ein Wunderland mit reicher Abwechslung in Gestaltung, Flora und Fauna, mit großartigen, unerreicht schönen Bauten und einer Bevölkerung, die in Kultur und Abstammung überraschend vielseitig ist, muß es jeden Fremden fesseln und ihn bei jedem Schritt und Tritt fühlen lassen, daß die Wunder von „Tausend und eine Nacht" bestanden haben. Nur. ein Gefühl, das des Bedauerns, hat mich während der ganzen Reise nicht verlassen, daß der wüste Despotismus, der solche Wunder in Indien schuf, ein Volk von 300 Millionen Menschen zu solcher Erbärmlichkeit herabdrückte, daß es eine Handvoll zäher Europäer knechten konnte.
Der Hauptzweck meiner Reise, die Jagd, blieb leider weit hinter meinen Erwartungen zurück.
Da ich während meines dortigen Aufenthaltes Landsleute getroffen habe, die, um zu jagen, die kostspielige Reise unternommen hatten und sich enttäuscht sahen, so möchte ich in erster Linie die Ansicht aussprechen, daß nur persönliche Verbindungen mit in Indien wohnenden Bekannten oder Verwandten eine gute Garantie für erfolgreiche Jagd geben.
Ich kannte niemanden in dieser reichsten Kolonie Englands, glaubte aber durch Empfehlungen meiner höchsten Behörden Gelegenheit zu guter Jagd zu erreichen. Es wäre dies auch bei deutschen Behörden fraglos der Fall gewesen, in Indien war es aber anders. Man kann es jedoch verstehen, daß die indischen Beamten, meistens jüngere