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Einer der bekanntesten Jäger und Händler in Deutsch-Südwestafrika, der Schwede Erikson, war früher Begleiter und Präparator des berühmten Ornithologen Anderson, blieb aber in Afrika zurück und verwendete seine Erfahrungen, Kenntnisse und Fertigkeiten für sich selbst, er wurde Händler in Straußenfedern und Elfenbein.
Wie überall, hielt die gute Ernte des Elfenbeins in dem von ihm bereisten Gebiete nur wenige Jahre vor, so daß er dann selbst erklärte, daß sein einziges rentabeles Geschäft das mit Straußenfedern sei.
Welche Wichtigkeit der Handel mit diesen erreicht hat, beweisen am besten die älteren Unternehmungen und neuen Versuche mit Straußenzucht. Es gibt solche in großer Anzahl in Südafrika, dann bei Kairo, im Nilgebiet, in Algier, ferner in Kalifornien und in Australien, nach welchen letztgenannten Ländern der Strauß natürlich ausgeführt ist. Neuerdings werden auch in Deutsch-Südwestafrika und Deutsch-Ostafrika Versuche mit Gründungen von Straußenzüchtereien gemacht.
Viel bedeutender aber als der Handel mit den Federn gezüchteter Straußen ist der mit dem Schmuck der in der Wildnis lebenden Vögel, welcher am regsten in Südwestafrika und vom Somalilande nach Aden hinüber betrieben wird. Die Federn der wilden Straußen sind den andern weit vorzuziehen. Nur während einer kurzen Zeit des Jahres ist der Strauß im Vollschmuck seiner Federn, von denen die schönen schwarz und weißen ausschließlich vom Hahn stammen; doch kann man sie heute auch nach Belieben färben.
Außer dem Menschen verfolgen viele Raubtiere, unter denen das heißhungrigste der Wildhund ist, den stolzen Riesenvogel, und man muß sich wundern, daß er nicht schon längst verschwunden oder doch außerordentlich dezimiert ist. Daß dies nicht geschehen, sondern vielmehr in den verschiedensten Gegenden Afrikas noch ein großer Reichtum an Straußen vorhanden ist, kann nur seiner großen Klugheit und Vorsicht, verbunden mit großer Fruchtbarkeit, zugeschrieben werden.
Bekannt dürfte sein, daß Afrika von dem oberen Nilgebiete an durch den Osten des Kontinents hindurch nach Südwestafrika und im Westen bis Benguela nordwärts, dann Arabien und einige Steppen Südwestasiens die Heimat des Straußes sind.
Der oben erwähnte schwedische Jäger und Kenner behauptet zwar, es gäbe zwei verschiedene Arten Strauße, die sogar in ein und derselben Gegend heimisch wären,
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