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Giraffen.
Eine der seltensten und, ich möchte doch sagen, trotz ihrer wunderlichen Form edelsten Wildarten ist die Giraffe. Nur mager sind die Berichte über sie und nur selten sehen wir sie jetzt bei uns in Europa. Soviel ich weiß, ist sie augenblicklich nur wrts;7>~<<. ; . f im Berliner Garten vertreten, obgleich man,
besonders in London, große Preise für die Tiere bietet. In die weiten, wasserarmen Wildnisse, die die Giraffe bevorzugt, kommen Europäer äußerst selten, und diese Gelände sind nicht offene, weit übersichtliche Steppen, sondern lichte, weite, meist aus Akazien bestehende Wälder, die der Giraffe Äsung bieten, und die sie dem Auge verbergen. Es gehört schon Übung dazu, sie zwischen den gefleckten Akazienstämmen und anderen, meist hell gefärbten Bäumen herauszufinden, wenn sie sich nicht bewegt.
Die Seraffe des Arabers oder Twiga des Ostafrikaners, das Kamel des Buren, kommt doch immerhin noch vom oberen Nil durch Ostafrika, nördlich an den von den Buren eingenommenen Gebieten vorbei bis nach Südwestafrika hinein vor. Ich selbst habe sie an vielen Stellen in Ostafrika getroffen, ferner am mittleren Zambesi, am Tanganika- und Rikwa-See und in Südwestafrika an der Etoschapfanne und im äußersten Osten unserer Kolonie. Von der Etoschapfanne soll sie noch bis dicht an die Küste kommen. In Ostafrika ist das sicher der Fall, denn ich habe sie dort während der Niederwerfung des Araber-Aufstandes an der Mündung des Kinganiflusses selbst gespürt.
Interessant muß die Entwickelung des Tieres aus früheren Formen gewesen sein. Sie zeigt noch, wie die Rosenstöcke des Hirsches, zwei jetzt mit Haut überdeckte Knochenzapfen und auf der Nase die Basis zu einem dritten verkümmerten Horn, denn anders ist die Erhöhung nicht zu erklären.
Die Grundfarbe variiert in ihren Nuancen von fast Dunkelbraun bis Hellgelb und die Zeichnung von großen Pantherflecken bis zu ganz kleinen Tupfen, welch' letzteren