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Leopard.
Erst nachdem ich vom Jahre 1880 bis 1896 Afrika im Dienste der Wissenschaft und Politik bereist hatte, unternahm ich Reisen nach Asien und Afrika, deren Zweck in erster Linie die Jagd war. Ich brauche wohl nicht hervorzuheben, daß mir auf den früheren Reisen keine jagdlichen Gesichtspunkte den Weg vorschrieben und die Jagd von mir nur als einziges Vergnügen und gelegentlicher Zeitvertreib, oder auch, um meine Leute mit Nahrung zu versehen, betrieben werden konnte. Trotzdem bleibt es mir unerklärlich, daß ich ungleich seltener großes Raubwild beobachtet habe, als Jäger, die im Verlauf nur Wochen dauernder Reisen Löwen, Leoparden und anderes Raubwild in einer Anzahl erlegt haben, die mein Erstaunen erregte.
Ich kenne Jäger, die in wenigen Monaten 5—10 Löwen erlegten. Diese reisten ausschließlich zum Zwecke der Jagd und besuchten nur Gebiete, die als wildreich bekannt und daher auch reich an Löwen waren — vornehmlich das Innere des Somalilandes.
Seltener als der größten Katze, dem Herrn der Wildnis, dem Löwen, begegnet man, trotzdem sie häufiger ist, der schönsten, grimmigsten und gefährlichsten, dem Leoparden, denn er ist viel schlauer und scheuer als der Löwe, und mehr ein Tier der Wälder oder besser des kupierten und bedeckten Geländes, während der Löwe als Jagdgebiet hauptsächlich die weite, offene, wildreiche Steppe liebt.
Meine erste „Leopardenjagd" war gewiß eine recht sonderliche, denn erstens war bei derselben überhaupt kein Leopard zugegen und zweitens hätte sie trotzdem sehr unangenehm ablaufen können.
Ich ging einst ganz zu Anfang meines Reiselebens in Angola morgens früh nur mit der Doppelflinte bewaffnet aus dem Lager, um einige der zu Tausenden umherschwärmenden Tauben für unseren Tisch zu schießen. Bald kam ich an eine Stelle, die vor kurzem durch Abbrennen des hohen, trockenen Grases in eine schon frisches junges