Vorwort.
Von Jahr zu Jahr wächst unter den Deutschen die Zahl der Besucher und Kenner fremder Länder und Weltteile, und hiermit wächst auch die Zahl der Jäger, die den für den Weidmann höchsten Genuß, die Jagd in der wirklichen Wildnis, kennen lernen wollen.
Erst in der Wildnis, wo der Jäger ganz auf sich selbst angewiesen ist, sich und seine Karawane zu schützen hat, großem, wehrhaftem und seltenem Wild entgegentritt, dabei fast unbekannte Länder mit ihren vom Menschen noch kaum berührten Herrlichkeiten bewundern kann, erst dort lernt er wahrhaft den Hochgenuß kennen, nur sich selbst seine Erfolge als Jäger zu verdanken. Welch gewaltiger Unterschied zwischen unserem heimischen Wild, selbst in freier Wildbahn, und dem der unberührten Wildnis!
Kein Jäger oder Förster ist dort, der ihm die Wechsel ausmacht, den Stand des Wildes bezeichnet, ihm, wie man sagt, das Wild anbindet. Geführt von Eingeborenen, die zwar das Land, nicht immer aber auch das Wild kennen, muß er es sich selbst ausmachen, aber — in hohem Maße lohnt ihn die viel größere Freude an der Strecke. —
Angeregt durch den Erfolg, welchen einige meiner Erzählungen bei ihrer Veröffentlichung in der jagdlichen Wochenschrift „Wild und Hund" hatten, habe ich mich entschlossen, meine Jagderlebnisse in Asien und Afrika im Zusammenhang herauszugeben. Gewiß werden dieselben nicht nur den passionierten Jäger, sondern hoffentlich auch manchen Offizier und Beamten in unseren Kolonien interessieren, und vielleicht ist auch manche Beobachtung wiedergegeben, die dem Zoologen neu ist.
Was ich erzähle, ist weder von der Phantasie erdichtet noch ausgeschmückt, es ist kein Jäger-Latein, sondern Jäger-Deutsch, einfache, selbsterlebte Wirklichkeit, die sicher von einer gewandteren Feder sehr viel schöner und anschaulicher hätte geschildert werden können. Was daran fehlen sollte, wird ersetzt durch die Zeichnungen von der Meisterhand W. Kuhnerts, der