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57. Rückreise nach Deutschland — Tod meines jüngsten Rindes.
Die Strecke von Windhoek bis Swakopmund legten wir in vier Tagen zurück. Unterwegs wurde in Gkahandja, Raribib und Iakalswarter übernachtet; überall wurden wir freundlich aufgenommen und bewirtet. Zwischen Windhoek und Raribib gab es häufige Spuren der Verwüstung: viele Stationsgebäude waren demoliert, die Bewohner von den Hereros hingeschlachtet, an vielen Stellen hatten sie die Schienen herausgerissen, und diese lagen umher. Frische Gräber an der Bahnstrecke zeugten von den Gefechten, die hier stattgefunden hatten. Der Anblick dieser Gräber mahnte mich immer von neuem daran, daß die teuren Überreste meines Mannes noch nicht gefunden und beerdigt waren, und ich machte mir bittere Vorwürfe, nicht ausgeharrt zu haben, um sie zu suchen.
Durch die beunruhigenden Nachrichten, die uns auf den Stationen wurden, blieben wir bis zur Rüste immer auf einen Angriff der Hereros gefaßt. Der Zug hatte zwar einige Mann Bedeckung mit, aber sie war doch sehr klein, und das Gelände, das wir durchführen, bot dem Feinde oft sehr günstige Verstecke und natürliche Schanzen. Unser Wagen — es war eine offene Lori — war mit einem Zeltdach aus Segelleinen überspannt, die Seiten waren offen; die Sitzgelegenheit bildeten unsere Roffer. Herr W. aus Wind ho ek, der auch nach Swakopmund reiste, hatte in Renntnis der Unbequemlichkeiten eine Matratze mitgenommen, die er in liebenswürdiger Weise meinen Rindern zur Verfügung stellte.
Am 20. Februar, etwa um 5 Uhr nachmittags, langten wir in Swakopmund an. Lin Zimmer in einem zur Bahnhofsrestauration gehörigen Holzhause (in Swakopmund sind die meisten Häuser aus Holz oder Wellblech) war frei. Dorthin zogen wir. Beim Abendessen fiel mir ein, daß an dem Tage Arelchens vierter Geburtstag war. Ich hatte gar