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zu ihm und verlangte die Steuer, nebst der auf unpünktliches Zahlen gesetzten Strafe. Da erwiderte Rajata: Der Polizist sei ja nur „Bambuse" (Diener) und nicht der „Major"; er würde nicht zahlen. Schließlich tat er es dennoch. Für den betreffenden Beamten war die Sache an und für sich unangenehm und schmählich genug, geradezu empörend aber war es, daß Rajata durch dieselbe Polizeistation auf Befehl von ZVindhoek das Geld zurückerhielt. — Tableau! —
Anfang reisten wir im Distrikt Gobabis und waren auch noch zu dem Termin, an welchem die Wagensteuer fällig wurde, unterwegs. Sofort nach unserer Rückkehr erhielt mein Mann eine auf das Doppelte der lvagensteuer lautende Strafverfügung — und uns half kein Einspruch. —
^9. Ursachen des Aufstandes.
In dem ersten Jahre unserer Anwesenheit auf Gkahoa war mein Mann sehr beliebt unter den Eingeborenen. Lr bewahrte" stets große Ruhe und Geduld ihnen gegenüber. Kleine Ärgernisse kamen wohl vor; die Hereros versuchten es z. B. anfangs, ihn bei dem verkauf von Vieh durch alte oder kranke Tiere zu betrügen; dann mußten sie stets gesunde Tiere dafür einstellen, was sie als etwas Selbstverständliches taten. Unter einander bestrafen sie Betrug ja sehr schwer; aber mein Mann legte in derartigen Fällen nie ihren Maßstab an.
Er brachte auch ihrer Lässigkeit im Bezahlen ihrer Schulden anfangs viel Langmut entgegen. In späterer Zeit nahm die Zuneigung der Schwarzen in dem Maße ab, wie mein Mann nachdrücklicher beim Eintreiben der Schulden wurde. Aber was blieb anderes übrig als zu mahnen und immer wieder zu mahnen, da er keinerlei Machtmittel in Händen hatte, auch nicht durch Zuhilfenahme der Polizei und er selber nicht gewaltsam den Leuten das Vieh weg-