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Ansiedlerschicksale : elf Jahre in Deutsch-Südwestafrika 1893 - 1904 / von Helene von Falkenhausen, geb. Nitze
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gangen waren. Aber es ging doch, und gerade diese un­erwarteten Gäste waren mir die angenehmsten.

An den Sonntagen, die von allen Eingeborenen, ob Heiden oder Christen, streng innegehalten werden, unter­nahmen wir gern Spaziergänge. Das Ziel bildete fast regel­mäßig ein schattiges Plätzchen an einer zeitweilig viel ZVasser haltenden großenPütz", die am lVeg nach lvindhoek lag. Hier rasteten wir stets einige Zeit; mein Mann ging, von ZValdmann geführt, den Spuren der dort zahlreich lebenden Steinböcke und Duiker nach und erbeutete deren an manchen Tagen mehrere. Auf dem Rückwege trugen wir abwechselnd Axel, der es sich nicht nehmen ließ, seinen Vater auch auf der Jagd zu begleiten, während Rlein-Fritzel, auf dem Rücken seines Rindermädchens reitend, den ganzen Weg getragen wurde.

57. Gin Brief in die Heiinat. Bezirksverein.

Als Illustration unseres Gebens und mancher Verhält­nisse füge ich hier einen Brief ein, den ich im Jahre nach Deutschland schrieb:

Seit einigen Tagen sind wir von einer Tour nach Windhoek wieder glücklich hier zu Hause angelangt. Die Reise brachte mir eine Menge neuer Eindrücke, und in meiner Einsamkeit werde ich an den vielen Erlebnissen noch lange zehren. Euch aber will ich sogleich ausführlich von der Reise erzählen, da Ihr gewiß auf Nachrichten von uns wartet.

Fritz mußte in geschäftlichen Angelegenheiten nach lvind- hoek reisen. Er hatte seit längerer Zeit bereits die Absicht, sich von den Stores in ZVindhoek unabhängig zu machen. Indessen ist das doch nicht so günstig als man denkt. Die TVaren, die wir aus Deutschland direkt uns schicken ließen, sind ja von bedeutend besserer Qualität und billiger, aber