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Ansiedlerschicksale : elf Jahre in Deutsch-Südwestafrika 1893 - 1904 / von Helene von Falkenhausen, geb. Nitze
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er sich zu Boden und fingierte den Ohnmächtigen. Weder eine kalte Douche noch Stöße und Püffe entlockten ihm ein Zucken; die Leute griffen zu, um ihn fortzutragen, da sprang er plötzlich auf und entfloh mit Windeseile.

^6. Handelsgeschäfte. Erfolgreiche Arbeit.

Mein Mann unternahm in den ersten ^2 Iahren auf Gkahoa häufige Züge zu den Lingeborenen im Gobabiser Distrikt. Diese Reisen dauerten in der Regel H5 Wochen und es lagen zwischen ihnen höchstens zweimonatliche pausen. Die Touren, die meinen Mann fast ausschließlich in die öst­lichen Gegenden führten, waren immer sehr erfolgreich, und besonders günstig war es, daß er bei diesen den Wert der Waren sofort in Vieh bezahlt erhielt, während der Platzhandel" ausschließlich Kreditgeschäft war.

Sehr hart und entbehrungsreich waren diese Touren in die Wildnis und doch unternahm mein Mann sie un­verdrossen. Lr hatte, gottlob, eine eiserne Gesundheit, die es ihm erlaubte, die Strapazen zu ertragen. Aber zuletzt machten sich auch bei ihm die Folgen dieser anstrengenden Lebensführung geltend: er bekam ein Herzleiden, die Krank­heit der meisten Afrikaner, und unternahm im letzten Jahre auf meine Bitten keine Handelszüge mehr.

Während der Abwesenheit meines Mannes hatte ich den Handel auf dem Platze zu führen, der in der Regen­zeit wenig bedeutend war, da die Hereros dann genügend Milch von ihren Kühen haben, dagegen während der trockenen Jahreszeit, in welcher die Kühe fast gar keine Milch geben, einen großen Aufschwung nahm. Gft war ich von dem Handel derartig in Anspruch genommen, daß ich nicht einmal Zeit hatte, an unser Mittagbrot zu denken und Axel und ich uns an Giern und Brot genügen lassen mußten.