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Ansiedlerschicksale : elf Jahre in Deutsch-Südwestafrika 1893 - 1904 / von Helene von Falkenhausen, geb. Nitze
Entstehung
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(letzteres Wort freie Erfindung) und mit wegwerfendem Tone von einem kleinen Tier sprechend, dies seinur ein Damaravieh" (Afrikanervieh" gilt als das bessere; es wird von Buren und Bastards gezogen, während das von den Hereros gezüchteteDamaravieh" viel geringwerti­ger ist).

Das kleine Fritzel gedieh zu unserer Freude, und jeder, der das niedliche, rotbäckige Geschöpfchen sah, mußte es lieb haben.

Unsere beiden Kinderchen waren unser ganzer Stolz und unsere Freude.

HZ. Bewirtung der Groszleute.

Auf einer Handelsreise im Oktober hatte mein

Mann Gkahandja aufgesucht, um mit dem Gberhäuptling Samuel Maharero den Kaufvertrag für unsere Farm ab­zuschließen. Samuel war nicht dort anwesend, wollte uns aber binnen kurzem persönlich besuchen. Mein Mann hatte aus Raribib allerlei gute Sachen, u. a. auch ein Faß Rapsherry für uns mitgebracht. Die Runde davon hatte sich auf Gkahoa schnell herumgesprochen, und kaum hatten die L^eute die Fracht abgeladen, als sich die Hereros fort­während herandrängten, um einen Schluck von dem Feuer­wasser bettelnd. Nur der Kapitän Luther und seine beiden Unterkapitäne erhielten je ein Gläschen. Der mit in dem Raume sitzende Schulmeister Willibald schlug den Trank aus: denn Wein zu trinken sei eine Sünde, so stehe in der Bibel. Seine begehrlichen Blicke wanderten aber immer von neuem nach den gefüllten Gläsern.

Bis nach Gkatumba und den andern umliegenden Plätzen war das Gerücht von dem Fäßchen Wein gedrungen, und in Erwartung eines Schluckes davon kamen am fol­genden Nachmittag drei Großleute: Mambo und Rajata aus Gkatumba und Raningati aus Gtjihaenena. Rajata brachte mir ein schönes fettes Schaf zum Geschenk, mit

v. Falkenhausen, Ansiedlerschicksale. 11