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Ansiedlerschicksale : elf Jahre in Deutsch-Südwestafrika 1893 - 1904 / von Helene von Falkenhausen, geb. Nitze
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diente fürs erste ein etwas abseits gelegener jDontok, der zwar geräumig war, aber wegen seiner Entfernung un­bequem zu benutzen, besonders im strömenden Regen und in der Sonnenglut des Mittags.

Am Neujahrstage brannte uns diese Rüche ab;

nur mit Mühe gelang es meinem Mann zu verhindern, daß die vom lvinde nach dem Hause zu getriebenen Flammen dieses ergriffen. Die Rüchengeräte hatte ich zwar zum größten Teil, aber doch nicht alle, aus dem Feuer ge­rettet und mußte mich lange Zeit ohne die nötigen, nun verbrannten Sachen behelfen. Auch das nunmehrige Rochen am Herde im Freien, bei den staubaufwirbelnden Mittags­winden, bei Regenwetter usw. war noch viel mühseliger, als in dem bisherigen Rüchenvontok. Doch mein lieber Mann schaffte bald Abhilfe; nach Verlauf eines Monats hatte er mir eigenhändig eine Rüche aus Lehmsteinen er­baut, die bald mein Lieblingsaufenthalt wurde. Sie war geräumig und hoch und besaß ein großes Fenster, während die Fenster im Hartebeesthause winzig klein waren.

H2. Geburt unseres zweiten Aindes, M2 ZVohnhausbau Glückliches Familienleben.

Ltwa ein Jahr diente uns jenes kleine Haus zur Woh­nung. Dort wurde uns am 22. 2lvril abermals ein Söhnchen geboren. Lin seltsames Himmelszeichen war an diesem Tage zu unseres Friedels (das Rind erhielt nach seinem Vater den Namen Friedrich) Geburtsstunde zu sehen: eine Mondfinsternis, welche auch in Deutschland beobachtet wurde. Damals begegneten sich unsere Gedanken mit denen unserer Lieben daheim; denn in den nächsten Briefen schrieben unsere Angehörigen, daß sie beim Erblicken dieser Himmelserscheinung lebhaft an uns gedacht und sich gefragt hätten, ob wir sie wohl auch beobachteten, und denselben