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Ansiedlerschicksale : elf Jahre in Deutsch-Südwestafrika 1893 - 1904 / von Helene von Falkenhausen, geb. Nitze
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Hände voll dieser Kirschen auf einmal in den Mund; doch ist an diesen Früchten nur eine dünne Schale genießbar, welche den harten Rern umgibt.

Unsere Leute fanden immer neue eßbare pflanzen: Schoten, allerlei Arten von Gnchies, lange weiße Pfahl­wurzeln, die gebacken den Geruch gerösteter Rartoffeln ver­breiteten, kleine wohlschmeckende Nüsse, Gzombannies ge­nannt, die an einer auf der Erde kriechenden pflanze wuchsen (später kauften wir sie, da wir sie sehr gern aßen, säckeweise).

Bei Vvikango fuhren wir stundenlang durch eine Gegend, wo die sogenannte Raffeepflanze der Eingeborenen das Feld bedeckte. Sie trägt lange Schoten; unreif ge­röstet schmecken die Rerne ganz gut; reif und dann wie Kaffee behandelt, soll es ein Getränk geben, das diesem im Geschmack fast gleichkommt. In ungeheuren Mengen findet man im ganzen Damaralande eine pflanze verbreitet, deren fleischige dicke Wurzel von sämtlichen Eingeborenen zum Gerben benutzt wird. Sie erinnert in Form und Farbe an die rote Rübe; ihr Grün, das dem Farnkraut ähnlich sieht, wird von den Tieren verschmäht. Da der Gewinn dieses vorzüglichen Gerbstoffes bei der großen Verbreitung der pflanze geringe Schwierigkeiten bietet, kamen wir öfters auf den Gedanken, ob nicht ein Export dieser Wurzel ren­tabel sein könnte.

59. Rückreise nach tvindhoek Moskito-Plage Arankheit.

Endlich war aus Gobabis die Nachricht gekommen, daß mein Mann mit den geimpften Treckochsen weiterfahren könne; aber die jungen ungeimpften Rinder wurden in Epukiro zurückbehalten. Mein Mann beschloß, über den uns so gerühmten Platz Gvingi zu fahren, um diesen kennen zu lernen; denn er wollte, wenn ihm Gvingi gefiele, dies