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Ansiedlerschicksale : elf Jahre in Deutsch-Südwestafrika 1893 - 1904 / von Helene von Falkenhausen, geb. Nitze
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einen Baum riß. Mit zur Lrde geneigtem Kopfe kam im Galopp der Bulle auf uns zu; dicht vor unserem Standorte fiel er nieder, um immer neue Versuche zum Aufstehen zu machen. Nun brachte Timotheus das Gewehr, und end­lich, nach einem nochmaligen Schuß, verendete das Tier. Wir fanden dann bei ihm fünf Schuß vor, von denen eigent­lich jeder tödlich sein mußte.

Am schmackhaftesten ist das Fleisch der Springböcke; ein Braten davon ist saftig und überaus zart, während das übrige ZVildfleisch meist trocken und hart ist. Dasgefleckte Fleisch" füllte bald mehrere Säcke, die wir nach Hause nehmen wollten und diesen Bülltong den Leuten als Zu­kost geben.

In Lpukiro angekommen, verließ uns Raremo, aber es meldete sich bald ein anderer enragierter Jäger: Ranauwi, der uns auch mit frischem Fleisch versorgte und viele riesige Gehörne von Gemsböcken (Säbelantilope) zum verkauf brachte.

58. Das pflanzen- und tierreiche Gxukiro.

Mein Mann mußte, bis Antwort aus Gobabis eintraf, ob er die unterbrochene Fahrt fortsetzen dürfte, in Lpukiro bleiben. Lr versuchte aus der Situation das Beste zu machen, ging viel auf Jagd und handelte mit Kanauwi und dessen Leuten. Diese hatten auf den kleinen Inseln im Lpukiro- rivier schöne Gärten angelegt, und da in geringer Tiefe Grundwasser war, gediehen alle pflanzen prachtvoll. Der Platz Lpukiro ist überhaupt reich an Schönheit. Selten hohe Bäume sieht man dort in Beständen zusammen und einzeln am Rivier entlang. Unsere Spaziergänge führten uns häufig in jene kleinen Wäldchen, in welchen allerlei