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Ansiedlerschicksale : elf Jahre in Deutsch-Südwestafrika 1893 - 1904 / von Helene von Falkenhausen, geb. Nitze
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bis alle Räder in gleicher Höhe standen. Zu dieser Arbeit hatte mein Mann die Leute geschickt angeleitet und selber tüchtig mit geholfen, so daß wir nach etwa einstündigem Aufenthalt die Weiterreise hätten aufnehmen können, wenn nicht die Ochsen von dem anstrengenden Ziehen in dem weichen grundlosen Boden erschöpft hingesunken wärem Rein Peitschenhieb, kein Rufen, selbst nicht das sonst stets wirkende Beißen in die Schwänze wollte sie zum Ziehen bewegen. <Ls war ein qualvoller Anblick, die matten Tiere immer wieder von Neuem aufgejagt und mit der peitsche geschlagen zu sehen. Lndlich erreichten wir wenigstens das andere Ufer des Riviers, und den armen Ochsen wurde die notwendige Ruhe gewährt. Auch die Rräfte der Leute waren erschöpft und teilnahmslos warfen sie sich auf den Boden; selbst ihre Rost zu kochen schienen sie heute keine Lust mehr zu haben; allein einige Züge aus der pfeife und ein kleiner Schlucksuppi" gaben ihnen bald neuen Lebensmut. Nun wurde abgekocht, gegessen, und dann schliefen alle, in ihre Decken gehüllt, unter dem Wagen, bis vor Sonnenaufgang mein Mann sie weckte.

55 In Gobabis 5905. ^ Durch das Dainaraland.

vor uns lag Gobabis; die Wellblechdächer glitzerten und glänzten im Schein der aufgehenden Sonne. End­lich, nach abermals recht anstrengender Tour über die zahllos im Wege liegenden großen Ralkklippen, langten wir am Januar in derHauptstadt des Ostens" an. Außer der hübsch gebauten Feste waren noch die Häuser von zwei Raufmannsfamilien zu sehen.

Nachdem die Ochsen ausgespannt waren, nahmen Axel und ich in dem klaren schönen Wasser desschwarzen Nosob" ein erfrischendes Bad. Wie wohl tat dieses nach den An-