32. Viehhandel — Tracht der heidnischen Hereros.
In Gtjiwarumendu, wieder einem bedeutenden Lin- geborenenplatz, hatten wir abermals einen längeren unfreiwilligen Aufenthalt. Das Wasser war dort knapp und die Hereros wollten das Tränken der Ochsen nur nach Hinterlegung eines bestimmten Betrages gestatten. Sie hatten dicht an dem Rivier ein tiefes Wasserloch gegraben, aus welchem drei Männer, übereinander stehend, das Wasser in Gimern hinaufreichten; oben wurde es in einen ausgehöhlten Baumstamm gegossen. Wir sahen den Leuten bei ihrer Beschäftigung eine Zeitlang zu und als wir dann zu dem Wagen zurückkehrten, fanden wir wieder eine zahlreiche Gesellschaft schwarzer Herren versammelt.
Gleich bei unserer Ankunft winkte der Kapitän des Platzes meinen Mann hinter den Wagen, ihn dringend um Patronen bittend. Trotz der wiederholt abgegebenen Erklärung, daß mein Mann keine Patronen mit sich führe, kam der Herero stets wieder auf seine Bitte zurück. Ls wurde Abend, und die Leute von dem Platze umstanden noch immer stumm den Wagen.
Bei Sonnenuntergang wurden durch Timotheus die Rinder herbeigetrieben. Raum hatte der Kapitän des Platzes die schöne Halbschlag-Simmenthaler Ruh entdeckt, welche wir mitführten, um Axel auch unterwegs frische Milch geben zu können, als er erklärte: die müsse er haben. Mein Mann gab ihm darauf abschlägigen Bescheid, aber der Herero drängte und bettelte und versprach schließlich am nächsten Tage etwas zu bringen, wofür er gewiß die Ruh bekommen würde. Für heute wurden alle weiteren Anfragen kurz abgeschnitten, und wir und unsere Leute nahmen, nachdem die Schwarzen fortgegangen waren, unser Abendbrot zu uns.
Am nächsten Morgen hatte der Kapitän von Gtji- warumendu sich wieder eingestellt und erkundigte sich nach meines Mannes heutiger Denkweise, plötzlich stand er auf, ging auf eine Riste zu und frug, ob er für sein Pferd,