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Ansiedlerschicksale : elf Jahre in Deutsch-Südwestafrika 1893 - 1904 / von Helene von Falkenhausen, geb. Nitze
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tagelang spurlos verschwunden, um plötzlich, sich ihrer Pflichten wieder erinnernd, mit der unbefangensten Miene von der Welt aufzutauchen. Spaß machte es uns, zu be­obachten, wie ihr Gatte Witfoot diese Exkursionen seiner Frau aufnahm. Lines Tages frugen wir ihn, wo denn Maria wieder wäre, worauf er in wegwerfendem Tone er­widerte:ik weet doch ni, waar de verdammte frumensch is". Im Innern aber kochte er vor Wut, und als er ausgekundschaftet hatte, daß sie sich auf einer Farm auf­hielt, erbat sich Witfoot von meinem Manne ein Pferd, um die treulose Gattin wieder einzufangen. Nach einiger Zeit kamen sie anscheinend in größter Eintracht und Liebe zu­rück; Maria saß hinter ihrem Gatten und hielt ihn fest um­schlungen.

30. Unterwegs nach Gobabis.

Die Regenzeit hatte früher als sonst, schon im November, begonnen. Mit ihrem Einsetzen mußten unsere Leute die Ar­beiten: Ziegelformen usw. unterbrechen, und mein Mann unternahm nun eine Fracht nach Gobabis. Die Vorberei­tungen zur Reise wurden getroffen, und er machte mir den Vorschlag, ihn mit unserem kleinen Axel zu begleiten. Ich kam natürlich sehr gern mit, denn die Reise währte voraus­sichtlich mehrere Wochen, und in diese Zeit fielen Weih­nachten und Neujahr. Indessen fürchtete ich, meinem Mann eine unbequeme Reisegefährtin zu werden, da ich durch Rrankheit sehr geschwächt war. Wir hatten uns mit allen Lebensmitteln und den notwendigsten Medikamenten reich­lich versehen. Mein Mann hatte im Wagen eine Lager­statt bereitet, eineRattel" war unter die Segeltuchplane geschoben worden, und eine Matratze sowie einige Decken darauf ermöglichten ein angenehmes Liegen. Zur Bedienung hatte ich unseres Buschmannsau tarras" (alte Frau).