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Ansiedlerschicksale : elf Jahre in Deutsch-Südwestafrika 1893 - 1904 / von Helene von Falkenhausen, geb. Nitze
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bei der entsetzlichen Sonnenglut; die Zunge klebte mir am Gaumen. Doch während des Gehens beruhigte sich das kleine Geschöpf. Todmüde langte ich zu Hause an und rastete ein wenig, bevor ich mich fertig machte, einen Arzt zu holen. Aber als ich nochmals an das Bettchen des Aindes trat, wie freute ich mich, als dieses mit tiefen Atem­zügen ruhig schlief, sichtlich ganz gesund und nach dem Er­wachen mich anlachte. Meine Angst war also grundlos ge­wesen, und um so mehr bedauerte ich nun, umgekehrt zu sein und meinen Mann nicht begleitet zu haben.

29. Traurige Erfahrungen.

Diese Tour nach Rehoboth brachte uns auch sonst noch viele Unannehmlichkeiten und statt des erwarteten materiellen Profites nur Schaden. Unter den von der Bezirkshauptmann­schaft meinem Manne mitgegebenen Aühen brach Lungen- seuche aus, und nach den Seuchebestimmungen mußten nun auch die Treckochsen mehrere Wochen auf einem Isolier­posten zubringen. Nach den eingezogenen Erkundigungen hatte die Bezirkshauptmannschaft selber gegen die von ihr gemachten Bestimmungen gefehlt (daher die Erkrankung der Kühe), und hätte also den entstandenen Schaden zu tragen gehabt; denn während mein Mann den unfreiwilligen Auf­enthalt in Nehoboth hatte, ging ihm eine gewinnbringende Fahrt verloren, das Wagenpersonal mußte die Zeit über beköstigt und bezahlt werden, und für ihn selbst war der Aufenthalt in Rehoboth sehr kostspielig. Als aber mein Mann bei seiner Rückkehr seine Ansprüche geltend machte, wurde er vom Bezirkshauptmann mit der Begründung ab­gewiesen : für derartigeEntschädigungen" seien keine Fonds vorhanden, und der Einzelne müsse für das Wohl der Ge­samtheit leiden usw. Sofort nach der Rückkehr von Reho- both schickte mein Mann die Wagen unter Leitung eines alten Treibers, Aeter Rubas, nach Icckalswater. Er hatte