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Ansiedlerschicksale : elf Jahre in Deutsch-Südwestafrika 1893 - 1904 / von Helene von Falkenhausen, geb. Nitze
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hoeks näherer Umgebung gab es keinen so dichten Baum­wuchs, wie hier, und ich freute mich an dem seltenen landschaftlichen Bilde. Manchmal ragte ein mannshoher Termitenhügel zwischen den Bäumen auf. Der Boden war mit gelblichem, trockenem Grase bedeckt, und ab und zu sahen wir Herden von Rindern oder Rleinvieh weiden. Der Himmel über uns war wie immer blau und wolkenlos, und tief sogen wir die Morgenluft ein.

Unsere Pferde trabten lustig den Weg entlang, als plötzlich durch ein Geräusch am Wege erschreckt, die große Stute meines Mannes zur Seite sprang. Unter einem nie­drigen Busch saßen einige nackte Hererofrauen mit ihren Drei­mastern auf dem Ropfe und boten Milch zum Rauf an. Mein Mann, der Durst verspürte, sprang vom jDferde und er­stand sich nach einigem Handeln in holländischer Sprache für einen Sixpence etwa ^ Liter Milch; der Wissenschaft halber nahm ich auch einen Schluck von derGmeire", aus der höchst unappetitlich aussehenden Ralabasse (Flasche aus Kürbis), kann aber nicht sagen, daß sie mir gemundet hätte, im Gegenteil, noch ein Schluck, und ich wäre gewiß seekrank geworden.

Spät am Abend kamen wir in Rlein-Windhoek mit einem wahren Wolfshunger an, den wir in dem kleinen Gast­hause von H. stillten. Ls fand dort gerade ein Tänzchen statt, doch nahm ich nicht mehr teil daran, da ich von dem langen Ritt vollständigschlapp" war.

27. Allein in schwerer Zeit, 5900.

Weihnachten ^899 war für uns ein trauriges Fest, weil wir es zum ersten Male so allein verleben mußten. Wir hatten einander wohl kleine Geschenke gemacht, auch das Weihnachtsbäumchen geschmückt; aber die Freude wollte nicht recht kommen. Nachdem wir unseren Schwarzen die