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Ansiedlerschicksale : elf Jahre in Deutsch-Südwestafrika 1893 - 1904 / von Helene von Falkenhausen, geb. Nitze
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rück, um nicht länger der Gegenstand ihrer Aufmerksamkeit zu sein.

Als es dunkel geworden war, sahen wir den Leuten aus größerer Entfernung noch eine Zeitlang zu. Der Tanz­platz war vom Mondlichte und einem im Hintergründe an­gezündeten Feuer magisch beleuchtet, und der Anblick der dunklen Figuren, welche sich bei dieser Beleuchtung von der umgebenden Finsternis scharf abhoben, der eigentümliche Ge­sang, der träumerisch herüberscholl, fesselten uns noch lange. Ls war ein Bild von überaus romantischem Zauber. Als wir aber der Nachtruhe pflegen wollten, störte uns der vielstimmige Gesang, das Stampfen der Füße und das Klatschen der Hände. Der Lärm währte noch die halbe Nacht hindurch; unsere Aufforderungen, den Tanz für heute zu unterbrechen, wurden unbeachtet gelassen, bis mein Mann, da wir gar nicht einschlafen konnten, sein Gewehr nahm und hoch in die Luft schoß. Das hatte den gewünschten Lrfolg; durch den Rnall erschreckt, stob die schwarze Ge­sellschaft auseinander und begab sich nun auch zur Ruhe.

26. Ausflug nach Gtjiserva.

Meinem Mann machte es besonderes Vergnügen, junge Pferde zuzureiten, und ich sah oft mit Schrecken, wie diese jungen wilden Tiere alle möglichen Versuche machten, ihn abzuwerfen. Aber mein Mann war ein vorzüglicher Reiter und wie verwachsen mit den Pferden. Ich selbst begleitete ihn manchmal zu Pferde. Lines Tages ritten wir zu­sammen mit einem uns bekannten Herrn den geschäft­liche Angelegenheiten nach (Vtjisewa (etwa 6 Stunden hinter Mndhoek), führten, dorthin. Lr hatte meinen Mann um seine Begleitung gebeten, und dieser forderte mich auf, mit­zukommen, was ich mit Freuden tat. ZVir brachen früh­zeitig auf, bei Mittelstaedts Farm wurde während der Mit­tagshitze eine mehrstündige Rast gemacht; dann gings un-