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23. Mancherlei Erlebnisse.
Stets wenn wir in der Abendstille auf der Veranda vor unserem Hause saßen, drang der Schrei wilder Tiere zu uns. Das Kläffen der Schakale machte mich nicht mehr ängstlich. Unheimlicher schon klang der dumvse, drohende Ruf der Hyäne. Linige Male hörte ich auch das markerschütternde, durch und durchdringende Gebrüll des Tigers, das, glaube ich, wer es gehört, nie wieder vergißt. Dann flüchtete ich, so schnell ich konnte, ins Haus, meinen Mann, den die gefährliche Jagd auf das Raubtier mit Macht lockte, flehentlich bittend, mitzukommen. Dn unseren Bergen hausten viele wilde Tiere. Lines Tages kam Herr F. bleich vor Schrecken zu uns; in dem ungewissen Schein der abendlichen Dämmerung hatte er, auf dem Wege von Farm Hoffnung kommend, in dem Seitental einen Tiger in seiner Höhle liegen sehen. Mein Mann hatte, Gott sei Dank, nie das „Glück", den unheimlichen Gesellen zu entdecken.
<Lin Tag verging wie der andere auf Farm VII still und gleichförmig, und doch erinnere ich mich lebhaft eines jeden einzelnen. Besonders schön war es immer, wenn meine Schwestern uns besuchten, und sie selbst kehrten auch jedesmal entzückt nach Hause zurück. Mit Räthe machten wir eines schönen Tages einen schönen ^)agdausflug zu Fuß. Sultan fand alle Augenblicke Spuren von Wild; jedoch bekamen wir nichts zu Gesichte, plötzlich stutzte Sultan, knurrte mehrere Male, scharrte mit den Vorderfüßen, sah auf seinen Herrn, und als dieser herankam, und wir vorsichtig folgten, lag vor uns im Gebüsch eine riesenhafte Schildkröte, so groß wie ich sie nie vorher oder nachher gesehen habe, ^)hr ängstliches Zischen klang fast unheimlich, allein wir wußten ja, daß die Tiere ungefährlich sind. Mein Mann trug die Schildkröte nach Hause, wobei er sie immer nach kurzer Zeit hinsetzen mußte, denn sie war so schwer, daß Räthe und ich sie nicht tragen konnten. Bis zum nächsten Morgen wurde sie in eine tiese Riste gesetzt,