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Ansiedlerschicksale : elf Jahre in Deutsch-Südwestafrika 1893 - 1904 / von Helene von Falkenhausen, geb. Nitze
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der das in das Grundstück gesteckte Geld, all die TNühe und Arbeit wenigstens einigermaßen bezahlen würde. Fürs erste wenigstens bot sich keine Aussicht dazu, und da mein Bräuti­gam nicht mehr lange in Windhoek bleiben konnte, weil schon draußen auf Farm VII dringende Arbeiten aus ihn warteten, war es ein Glück, daß Lnde November mein Bruder aus dem Norden des Schutzgebietes eintraf. Da­mit war Fritz abgelöst und konnte sich auf seine Farm be­geben, um alles, wie er wollte, für meine Ankunft instand zu setzen; denn bald nach Weihnachten sollte unsere Hoch­zeit sein. Wir wünschten der Zeit bis dahin Flügel, um nicht mehr getrennt zu sein. Wie freute ich mich schon auf die Zeit, da ich ihm stündlich meine Aebe zeigen und allein für ihn sorgen konnte; wie wollte ich in unserem kleinen Haushalte alles nett und sauber halten!

2^. Hochzeit) 1^899. Unser Häuschen.

Weihnachten kam heran, die letzten für mich im elter­lichen Hause, und trotz unserer noch frischen Trauer um den toten Vater verlief dies Fest wunderschön und harmonisch. Den sehr gut nachgemachten künstlichen Weihnachtsbaum, den uns Fritz schenkte, hatten wir reich geschmückt, und die Tafel war mit Geschenken voll besetzt. Fritz und ich waren sehr glücklich zusammen; wir erzählten uns gegenseitig von den schönen Weihnachtsfesten daheim in Deutschland, und die Erinnerung an dieses verflossene Rinderweihnachtsglück breitete auch über das gegenwärtige afrikanische Christfest einen holden Zauber.

vier Wochen später, am 2H. Januar, fand unsere Hoch­zeit statt. Wegen der Trauer um meinen Vater wurde sie still gefeiert, und außer unserem engsten Familienkreise nahmen nur zwei Gäste daran teil. In dem mit Schimmeln bespannten Wagen meines Bräutigams fuhren wir nach Groß-Windhoek auf das Standesamt und schlössen dort den