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Räthe und ich, uns Pferde anzuschaffen; dazu mußte aber noch tüchtig gespart werden; denn unsere bisherigen Ersparnisse reichten nur zu einem Pferde. Wie stolz waren wir schon auf dessen Besitz, und wie schön waren unsere Ritte, zu denen uns Herr von Falkenhausen zunächst seine i)lka lieh; oft begleitete er uns, auf seinem schönen Hengste reitend.
58. Verlobung. — Farm vii.
So lernten wir uns immer genauer kennen, wurden immer sicherer in dem Gefühl, daß wir beide für einander bestimmt seien. Es waren glückselige Tage, die ich damals durchlebte und die ihren Höhepunkt an dem Tage fanden, an dem er, der all mein Denken ausfüllte, mich bat, das Leben mit ihm zu teilen. ^)ch wurde seine Braut, und er wurde von den Meinen mit Freuden als lieber Sohn und Bruder aufgenommen. Unser Verlobungstag war der 29. August.
Wir beide waren unsagbar glücklich, freuten uns von einem Tag auf den andern und gingen dem Lieben mit froher Hoffnung entgegen. Mein Vater allerdings blickte mit Sorge in unsere Zukunft und warnte uns vor den bevorstehenden Enttäuschungen und Entbehrungen. Doch was bedeuteten sie für uns! Wir hatten ja uns selbst und wollten alle Widerwärtigkeiten des Lebens mit Gottes Hilfe siegreich überwinden; wir wollten wacker arbeiten und sparen.
Über die nächstfolgende Zeit will ich hinwegeilen — sie verflog uns wie im Traum, bis die Trennungsstunde schlug. Mein Bräutigam und sein Kompagnon bezogen eine Farm in Windhoeks Nähe.
Zwar kam mein Bräutigam alle Wochen zu uns; doch war das Zusammensein kurz bemessen, und innig ersehnten wir den Zeitpunkt unserer völligen Vereinigung.