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sorgen konnte. Meine Mutter schickte diesen Burenfamilien, da es uns leider unmöglich war, auch noch für sie zu sorgen, täglich große Schüsseln saurer Milch herunter.
Doktor Bl. war unermüdlich in seinem Lifer, den Kranren zu helfen; allein auch das einzige Mittel, Thinin, versagte in vielen Fällen. Wie es wohl zu Zeiten von Epidemien der Fall ist, fühlte niemand sich ganz wohl, jedoch blieb unsere Familie, als fast die einzige, von der Krankheit verschont. Noch weit bis in die kalte Zeit hinein traten die Fieberfälle auf; und erst im August erlosch die Krankheit.
Z7. Herr von Falkenhausen. — Reitausflüge.
Die beiden Kompagnons, Herr von Falkenhausen und F. hatten auch kleine Fieberattacken durchzumachen, wehrten sich aber tapfer dagegen. 5ie hatten sich schon auf verschiedenen Lrwerbswegen versucht, zunächst Rinder angeschafft in der Hoffnung, durch den verkauf von Milch und Butter Einnahmen zu haben. Aber schon nach kurzer Zeit nahmen die Milcherträge ab, die Kühe wurden „trocken", und die wenige Milch reichte knapp für ihren täglichen Bedarf. Dann hatte Herr von Falkenhausen Treckochsen zur Bespannung des von Deutschland mitgebrachten Wagens gekauft. Lr selber unternahm die strapaziöse Tour nach Swakopmund und brachte Fracht nach Windhoek zurück. Allein auch dieses Geschäft erwies sich, wenn nicht in größerem Maßstabe betrieben, trotz der großen Mühen und Anstrengungen, mit denen es verknüpft ist, als nicht lukrativ. Herr von Falkenhausen ließ den Mut nicht sinken; er hatte inzwischen in Klein-Windhoek kleineren Grundbesitz erworben und wohnte dort im Zelt mit seinem Kompagnon.
F. war einer von denen, die glaubten, in Afrika flögen nicht nur die gebratenen Tauben in den Mund, sondern auch das Geld ohne Arbeit in die Tasche. (Jetzt hat ihn wie so viele ein grausames Lnde ereilt.)