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Ansiedlerschicksale : elf Jahre in Deutsch-Südwestafrika 1893 - 1904 / von Helene von Falkenhausen, geb. Nitze
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berechnete ihren Verlust auf etwa zweihundert Tote. Sie flohen in westlicher Richtung auf Okahandja zu, wurden aber noch vor diesem Platz von den Soldaten erreicht und viele, unter ihnen Häuptling Rahimema, gefangen genommen, während Nikodemus sich nach Gkahandja zu seinem Bruder Assa-Riarua geflüchtet hatte, von diesem aber später aus­geliefert wurde.

Herr von Lindequist leitete die Verhöre. Der vordem so übermütige freche Nikodemus versuchte unaufhörlich, seine Unschuld an den Tag zu legen; er zeichnete sich, wie alle Hereros, durch große Gewandtheit im LÄgen aus, doch es gelang ihm nicht, die Richter zu beschwatzen, da alle Hereros gegen ihn zeugten. Rahimema gestand seine Schuld. Beide Häuptlinge wurden zum Tode verurteilt und in Gkahandja das Urteil an ihnen vollstreckt. Die übrigen Haupträdelsführer erhielten Zuchthausstrafe.

Z^. Rückkehr der siegreichen Truppen. Charakterlosigkeit der schwarzen Häuptlinge.

Mitte Juni ^896 sollte die Truppe in Groß-ZVindhoek eintreffen. Tag und Stunde war vorher mitgeteilt worden. Da herrschte lauter Jubel, jeder wollte dazu beitragen, die siegreichen Rrieger festlich zu empfangen. Bei der Familie Heyn kamen fast sämtliche ZVindhoeker Damen zusammen, unzählige Rleter Girlanden zu binden. Man hatte einen Triumphbogen vor Windhoek errichtet, durch welchen die heimkehrenden Truppen ziehen mußten, und sämtliche Häuser prangten im Flaggenschmuck. Auf beiden Seiten der Haupt­straße hatte sich die gesamte weiße Bevölkerung versam­melt, um die einrückenden Soldaten mit Hurrarufen zu be­grüßen. Neugierige Schwarze strömten in Scharen herbei und begleiteten den Zug; ihre besondere Aufmerksamkeit schenkten sie dem Schluß desselben, den gefangene Hotten­totten bildeten, die auf feiten der Herero gekämpft hatten.