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die Pfeife noch besäße, vor den Augen des Abgesandten gab ich dieselbe nun unserer schwarzen Rüchenfee.
53. Neue Ausstände. M6.
Bei den Hereros gilt eine besondere Regel in der Erbfolge: stets der älteste Sohn der ältesten Schwester des jeweiligen Häuptlings gilt als Nachfolger. Die deutsche Regierung hatte Nikodemus übergangen, zu Gunsten Samuels. Aus diesem Grunde war ersterer natürlich ein Gegner der Deutschen. Auf seinem Rückwege von lvindhoek nach Go- babis kam er bei uns vor. Ich erinnere mich seiner noch genau, wie er mit wildem Gesichtsausdruck, blutunterlaufenen Augen, mit dem „schamboc" (Reitgerte) durch die Luft schlagend, vor uns stand und einmal über das andere erklärte: „Ich will im ganzen Damaralande der Herr sein; der Assessor und der Major sind Rinder gegen mich. Was ist Samuel?" Rurze Zeit, nachdem er zu seinen Stammesgenossen zurückgekehrt war, brach der Rrieg aus. lvitboy erwies sich jetzt als treuer Bundesgenosse der Deutschen; denn kaum drang die Runde von dem Hereroaufstande zu ihm, als er sich auch sofort zur Heeresfolge bereit erklärte.
Bei dem Rriege ^8H6 hat sich der ganze Stamm der Gvambanjeru unter Rahimema beteiligt, ferner Nikodemus mit seinen Getreuen (er gehörte zu dem angesehensten, weil reichsten Stamme der Gvaherero) und ein Teil der Gvat- jimba-Stämme, die man zusammen kurzweg Hereros nennt, endlich die Leute des gefallenen Hottentottenhäuptlings vledermuis.
Schon längere Zeit vor dem Ausbruch hatte Leutnant Lampe, der in Gobabis stationiert war, über die Dreistigkeit der dort wohnenden Herero nachWindhoek berichtet und war selber nach dort geritten, um Verstärkung seiner geringen Besatzung zu erbitten. Mit einigen Mann ritt er am fol-