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Ansiedlerschicksale : elf Jahre in Deutsch-Südwestafrika 1893 - 1904 / von Helene von Falkenhausen, geb. Nitze
Entstehung
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stellungen, die er leider nicht mehr ausführen konnte, da er im Sommer 1^898 starb, noch ehe er sich des Lohnes seiner mit unendlichem Fleiße ausgeführten Bodenkultur wirklich erfreuen konnte.

Mangel an Schiestbedarf. Drückende Zölle. Stellung der Ansiedler.

Die Scharen lüsterner Vögel, die sowohl unseren Trau­ben als den Aussaaten so großen Schaden zufügten, würde mein Vater noch viel wirksamer haben bekämpfen können, hätten ihm stets genügend Patronen zur Verfügung ge­standen. Aber selbst zu dem alten Lefaucheurgewehre wur­den die ihm gehörigen, mit Vogeldunst geladenen Patronen nach einer Bestimmung der Behörde auf der Feste zurück­behalten und ihm immer nur bis zu fünfzig Stück aus­nahmsweise einmal hundert Stück zugeteilt. Diese Be­stimmung, die Munition betreffend, ist eine sehr große Härte und machte unter der gesamten weißen Zivilbevölkerung viel böses Blut. Nicht nur daß auf Einführung der Massen hoher Zoll lag und daß einzelne Modelle, z. B. das achtund- achtziger Gewehr, überhaupt nicht geführt werden durften, außer von Angehörigen des ZVindhoeker Schützenvereins, sondern die Negierung hatte, wie gesagt, den gesamten Pa­tronen- und Munitionshandel in Händen, und der Schieß­bedarf wurde durch den Aufschlag der Regierung unglaub­lich verteuert. Im Ihre ^8H5 wurden wir durch Einführung des Zolles beglückt, dem nur wenige Artikel entgingen; auf den meisten lag eine hohe Steuer, besonders auf den so­genannten Genußmitteln, zu denen auch Raffee, Tee und Tabak gerechnet wurden. Gerade durch den letzteren Zoll hatte die Regierung wohl eine schöne Einnahme; denn nächst j>roviant wird nichts mehr gekauft als Tabak. Jeder Schwarze und überhaupt der Eingeborene, ob Mann, ob Frau, raucht die pfeife, und es ist üblich, jedem Arbeiter