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Ansiedlerschicksale : elf Jahre in Deutsch-Südwestafrika 1893 - 1904 / von Helene von Falkenhausen, geb. Nitze
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Engländerin und einige Burenmädchen, so daß die Schule auch noch einesprachlich gemischte" wurde. An den jungen Burendamen hatte ich wenig Freude; sie zeichneten sich durch entsetzliche Dummheit und Unsauberkeit aus, aber ich lernte ziemlich viel holländisch von ihnen, was mir später sehr zu statten kam.

Im nächsten Jahre sank unser Schullokal noch eine Stufe tiefer, da das bisher dazu dienende Häuschen ander­weitig gebraucht wurde, und der Unterricht wurde zuletzt in einem fenster- und türlosen Raum eines Gebäudes auf dem Grundstück meines Vaters abgehalten.

^0. Unser Gartenbau und seine Feinde.

Während ich den Vormittag in der Schule zubrachte, waren meine Mutter und meine Schwester im Hause tätig, und mein Vater arbeitete rastlos im Garten. Der Gartenbau hatte sich beträchtlich ausgebildet. Täglich wurden Boten abgefertigt, die Gemüse und Gbst, was die Jahreszeit gerade bot, zum verkauf nach ZVindhoek brachten. Die Truppe und einzelne Familien waren die Abnehmer für alle in Rlein- ZVindhoek gebauten Früchte. Doch war schon damals trotz der nur kleinen in Kultur genommenen Handflächen zeit­weilig ein solcher Überfluß einzelner Gemüse und Obst­sorten vorhanden, daß man sie mit Schaden verkaufen mußte. Noch deutlicher trat der Übelstand des zu kleinen Absatz­gebietes in späterer Zeit zutage, als sich mehr Gartenbau­treibende in Rlein-lVindhoek niederließen und die Truppe oft Monate von ZVindhoek abwesend war.

Die preise sanken infolge der Konkurrenz unaufhör­lich. So kostete bei unserer Ankunft ein Pfund Rartoffeln ?5 pfg., sogar eine Mark wurde gezahlt, und heute sind die preise bis auf 30 pfg. gesunken, was ja nach deutschen Verhältnissen noch immer ein recht hoher preis ist. Ähn­lich verhielt es sich mit den Gemüsen. Immerhin hatte