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eingetreten, und manch einer schmiedete goldene Mäne. jedoch nirgends in der Welt tritt ein schnellerer Wechsel ein als gerade in dieser südwestafrikanischen Kolonie. Bald genug drangen Gerüchte von neuen Unruhen unter den Eingeborenen zu uns. Im Osten, unweit Gobabis, hatte man eines Tages Reiter, anscheinend Hottentotten und Hereros, in großer Zahl bemerkt. Der im ganzen Lande berüchtigte Häuptling eines Namastammes „vledermuis" war mit einigen seiner Leute in ein Stationsgebäude, in welchem nur wenige Mann sich befanden, eingedrungen und wollte die Gewehre entwenden. Die Soldaten töteten die Räuber, erwiderten aber nicht die Schüsse der draußen harrenden Hottentotten. Diese verließen auch bald den Grt, machten sich aber von nun an oft unangenehm bemerkbar, indem sie der Truppe und den im Osten wohnenden Ansiedlern Vieh stahlen, Windhoek lag zwar von den Wohnplätzen dieser räuberischen Eingeborenen ziemlich entfernt, immerhin konnte man aus den kleineren Unruhen und vielen Äußerungen der farbigen Bevölkerung deren böse Gesinnung den Weißen gegenüber deutlich genug erkennen. Ein Aufstand sämtlicher Eingeborenen war nicht ausgeschlossen. Ein Feldzug gegen die Leute des getöteten Vledermuis und seine Verbündeten wurde zwar mit einem Friedensschluß beendet, aber die hinterlistigen, raub- und mordlustigen Hottentotten hielten den Frieden nicht; im Anfang des Jahres ^896 hatten sie wieder einen Aufstand der Gst-Hereros angezettelt und sich ihnen angeschlossen.
9. Eine berittene deutsche Schulineisterin.
Bevor ich meine Erinnerungen an diese neue Rriegszeit niederschreibe, muß ich noch von einer friedlichen Mission erzählen, die mir übertragen worden war. Wir waren, wie ich anfangs erwähnte, mit mehreren Familien, die ihre Rinder mitbrachten, herausgekommen; auch in Wind-