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Ansiedlerschicksale : elf Jahre in Deutsch-Südwestafrika 1893 - 1904 / von Helene von Falkenhausen, geb. Nitze
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geschossen. Nachdem noch eine Schutztruppenverstärkung eingetroffen war, rückten fast alle verfügbaren Mannschaf­ten nach dem Süden ab unter Führung des Majors von Fran^ois, um den Feind, der sich in der Nauwkloof ver­schanzt haben sollte, dort anzugreifen. Inzwischen hatte Windhoek nur einige Mann Besatzung unter Leutnant v. H. Jeder von den vereinzelt wohnenden Ansiedlern traf Vorsichtsmaßregeln; wir mußten ja stets auf einen Über­fall der Witboys gefaßt sein. Lines Abends wurden wir und unsere Nachbarn, S., durch Schüsse von Windhoek her alarmiert. Die Männer bewaffneten sich, die Frauen sollten sich in den Reller verstecken, alles lief in Verwirrung hier­hin und dorthin, wir Frauen saßen im dunklen Zimmer angstvoll beisammen, bis ein Bote, den mein Vater aus­geschickt hatte, uns nach langem, bangem Warten die Nach­richt brachte, Leutnant v. H. habe mit der Besatzung eine Übung abgehalten, also war unsere Angst und Aufregung überflüssig gewesen. Doch haben Hendriks Leute Wind­hoek tatsächlich öfter aufgesucht und Vieh gestohlen. Aber da sie von den Posten bemerkt wurden und auf sie ge­schossen wurde, wagten sie es nicht, bis in den Grt herein­zukommen.

6. Unser Viehstand.

Hauptsächlich hatten Witboys Leute es wohl auf das Vieh abgesehen, und als nach Ausbruch der Lungenseuche in Groß-Windhoek auch unser Rindvieh geimpft und auf einen ^)solierposten in einiger Entfernung von Windhoek gebracht werden mußte, waren wir in beständiger Angst, daß es uns von dort gestohlen würde. Wir hatten auch prachtvolle Tiere, unser Stolz. Mein Vater hatte als Erster den Versuch gemacht, europäisches Vieh zu importieren, um die einheimische Art zu verbessern. Unser Simmenthaler Bulle Muni hielt sich zwar leider schlecht: die dürftige