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Ansiedlerschicksale : elf Jahre in Deutsch-Südwestafrika 1893 - 1904 / von Helene von Falkenhausen, geb. Nitze
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großer Geduld angelernte Rafferin Katharina war beauf­tragt, die Tassen herauszubringen. Wer beschreibt unsern Schrecken und das allgemeine Amüsement, als sie erscheint, das neu geschenkte Rleid gleich einer Pelerine um die Schul­tern geworfen, den Ropf durch den Nockschlitz gesteckt und über unser Lachen mit weit aufgerissenem Munde staunend! Die übrige Kleidung bis auf den Schurz hatte sie vergessen anzulegen. Und doch war diese Katharina sehr gelehrig und erreichte in der Folgezeit einen für Raffern hohen Grad der Ausbildung, freilich unter Anwendung vieler Mühe von unserer Seite. Aber als wir uns dieser Lrziehungsresultate zu freuen hofften, war sie eines schönen Morgens mit Gatten, Rindern, Rochtöpfen und Fellen verschwunden. Imj)on- tok" (Hütte) glühte noch ein Stückchen Holz und ein elender magerer Hund lag als einziges lebendes Andenken dabei; dasBrotverhältnis" hatte ihn nicht an seine Herrschaft gefesselt, denn diese armen Hunde erhalten von den Raffern kaum einen Bissen zu fressen; wahrscheinlich leben sie von Mäusen, Lidechsen und sonstigem kleinen Getier.

5. Beunruhigung der Aolonie durch Hendrik tvitbo?.

Der Hottentottenkrieg nahm noch immer seinen Fort­gang, und für die ungenügend berittenen, den Strapazen noch nicht gewachsenen Soldaten war die Art, wie Hendrik Ivitboy Rrieg führte, sehr anstrengend. Nicht im offenen Rampfe stellte er sich ihnen entgegen; er ließ beladene Vagen überfallen und plündern, kleinere Abteilungen Sol­daten aus guten verstecken beschießen, Viehherden von der weide treiben - - kurz, selbst in windhoek war man vor dem kühnen Raubgesindel nie seines Lebens und Eigentums sicher. In windhoek wurde natürlich tüchtig von den Sol­daten geübt, öfter Alarm geblasen und auf markierte Feinde