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eingerichtet, viel schwieriger gestaltete sich der Anfang für die übrigen mit uns herübergekommenen Familien. Nur die Familie von Rarnav hatte noch das Glück, ein fertiges kleines Haus, allerdings für hohen preis, kaufen zu können. Die anderen Familien mußten sich im Anfang mühselig genug durchhelfen. Sie alle waren in dem frommen Glauben, sofort auf die Farm ziehen zu können, ins Land gekommen; doch schon in Swakovmund war ihnen Runde geworden von Hendrik ZVitboys jüngsten Mordtaten, und daß vorläufig an ein ruhiges Farmerleben nicht zu denken sei. Ls blieb ihnen nichts weiter übrig, als sich fürs erste in IVindhoek niederzulassen. Mittelstaedts kauften sich nach und nach eine Viehherde zusammen, und bei äußerst sparsamer Haushaltung erzielten sie von Einnahmen aus Milch, Butter und Giern Überschüsse. Sie wohnten wohl gegen zwei Jahre in einem kleinen Zelt, dann zogen sie in das auf ihrer Farm Llisenheim bei lvindhoek erbaute Haus. Die Familie Heyn eröffnete bald die erste Restauration in ZVindhoek, die besonders in den ersten Zeiten sich großen Zuspruchs erfreute. Das Gebäude, in welchem sie sich befand, war zuerst ein a is Ried (Schilf) hergestelltes Haus, bis das große Heynsche Ltablissement, aus Lehmziegeln gemauert, fertiggestellt und eingeweiht werden konnte. Boysens setzten sich in Groß-Windhoek fest und eröffneten einen Store (Laden) mit Ausschank.
5. Unsere farbigen Dienstboten.
Für uns bot sich nun ein reiches Feld der Tätigkeit: da mußte die Rüche, das Haus, die Wäsche besorgt werden, dann wieder gabs im Garten zu tun, nachmittags wurde gestopft und genäht; daneben machte uns die schwarze Dienerschaft viel zu schaffen. Besonders schwierig war das Anlernen, da die Eingeborenen ja keinen Begriff von dem