arme Land dem Ansiedler bieten, wie ihm seine Mühe lohnen?" —
In Groß-Barmen empfingen wir den Besuch der umwohnenden Hereros, Da war ein würdiger Alter nur mit einem bunten Schlafrock bekleidet, ein rotes Tuch um den Ropf geschlungen; ein anderer trug nur eine zerlumpte Hose, wieder einer nur eine Jacke und einen alten Hut, die meisten hatten nur den landesüblichen Schurz vorgebunden. Auch Frauen mit dem seltsamen Kopfschmuck 0er Hererodamen kamen herbei.
Alle bettelten um Tabak, und es half nichts, zu versichern, man habe keinen; mit größter Dreistigkeit untersuchten sie unsere Rleidertaschen, bis wir jedem ein Stück des heißbegehrten jAattentabaks verabreichten, und „danki, danki" uns zurufend, setzten sie sich alle in einiger Entfernung nieder und erzählten sich ihre Beobachtungen,
3. Ankunft in Mindhoek nnd häusliche Einrichtung.
Am ^6. Oktober, nach fast dreiwöchiger Reise, kamen wir endlich in Windhoek an. Vor uns lagen die damals sehr wenigen Häuser, von der stolzen roten Festung etwas überragt, gleichsam von ihr behütet; den Abschluß der weit sich ausdehnenden Landschaft bildeten die kühn geformten Berggipfel des Auasgebirges. wir machten noch kurzen Halt vor dem Store (Raufladen) der Firma Mertens u. Sichel und erreichten nach einer Stunde endlich das Ziel unserer Reise: Rlein-Windhoek.
Hier hatte mein Vater im Jahre vorher ein Grundstück erworben, auf dem sich ein fast ganz zerfallenes Haus befand, das vor Zeiten der Sitz eines Missionars gewesen war. Der letzte Bewohner mußte mit seiner Familie vor einem feindlichen Hottentottenstamme fliehen. Neun Jahre