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Ansiedlerschicksale : elf Jahre in Deutsch-Südwestafrika 1893 - 1904 / von Helene von Falkenhausen, geb. Nitze
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5. Seereise, Ankunft und erste Gindrücke in Afrika

Wir hatten nun Abschied genommen von allen Lieben, die wir in der Heimat, im deutschen Vaterlande zurücklassen mußten. Lin Boot brachte uns hinüber zu dem großen Dampfer, derMarie Woermann", die uns in die neue Heimat bringen sollte. Ls war am Nachmittag des 20. Juli 1,893, als wir den Hafen von Hamburg verließen. <Lin mächtiger langgezogener Ton, der mir wie Unheil ver­kündend in die Ghren drang, war das Signal zur Abfahrt, zugleich die Begrüßung für die neue Welt, der wir entgegen gingen. Alle Mitreisenden hatten sich auf dem Deck ver­sammelt, um dem heimatlichen Strande Lebewohl zu sagen. Jeden wohl bewegte die Frage: Wann, liebes Vaterland, sehe ich dich wieder? Selbst uns Schwestern, die wir so jung und voll froher Hoffnung und Zuversicht drüben unsern Litern helfen wollten, eine neue Heimat uns zu gründen, stieg der Wunsch auf, hier bald wieder froh und leichten Herzens einziehen zu können.

Während das Schiff mehr und mehr sich vom Lande entfernte, machten wir uns mit unseren Mitreisenden be­kannt. ZV i r sind eine fünfköpfige Familie: unsre Eltern, wir beide, fast gleichaltrige Schwestern, Räthe und ich, und Lieschen, die jüngste 9 jährige Schwester. Mit uns die gleichen Ziele und Hoffnungen für die Zukunft teilend, fuhren noch mehrere Familien und einzelne Herren nach Südwest­afrika, ferner die Braut des Militärarztes in Windhoek,

v. Falkenhausen, Ansiedlerschicksale. 1