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Handbuch des Deutschtums im Auslande / Einl. von Fr. Paulsen. Statist., geschichtl. und wirtschaftl. Übersicht von F. H. Henoch. Hrsg. vom Allgemeinen Deutschen Schulverein zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande
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Argentinien. Uruguay. ^ Paraguay.

Formosa und Territorio de Misiones. Santa Fe, Vize-Konsul, die Departe­ments La Capital, Las Colonias, San Javier und San Jos6. Tucuman, Vize-Konsul, die Provinzen Tneuman, Catamarca und Santiago del Estero.

Uruguay.

Uruguay oder, wie der ausführliche Name des Freistaates lautet: Banda Oriental del Uruguay (die Bewohner heißen in den Nachbarländern darum die Orientalen) unterscheidet sich in seiner geschichtlichen Entwicklung und in wirt­schaftlicher Hinsicht kaum vom benachbarten Argentinien. Von seinen die Zahl von einer halben Million wenig übersteigenden Einwohnern sind ein Drittel Fremde (hauptsächlich Italiener) und davon nach Schätzungen 5000 Deutsche. Von den 100000 Bewohnern der Hauptstadt sind mehr als die Hälfte Aus­länder uud etwa 3000 Deutsche.

Die übrigen wohnen in den Kolonien Nen-Helvetia (nicht nur Schweizer, sondern auch Reichsdeutsche). Diese ausgedehnte Kolonie hat einen Durchmesser von 20 Kilometern und grenzt an das 1856 als Waldenser-Siedelung gegründete Piemont; beide liegen an einem schiffbaren Flusse. Einer deutschen Gesellschaft gehört die Estanzia San Juan. Deutfche wohnen ferner in Porvenir, un­weit der Stadt Paysandü, und bei Fray Bentos, dem Orte der Liebigschen Fleifch-Extrakt-Fabriken. Wenn settes Vieh vorhanden ist und die Preise ein Arbeiten gestatten, werden wohl mehr als 1000 Stück Rindvieh an einem Tage hier geschlachtet und zum kleineren Teile zu Fleisch-Extrakt, in der größeren Hälfte zu Carne tasajo (Dörrfleisch) verarbeitet.

Ueber deutsche Kirchen und Schulen unterrichtet die Tabelle der vorher­gehenden Seite.

Deutsche .Konsulate in Uruguay.

(Sitz, Amtscharakter, Amtsbezirk)

Montevideo, Konsul, die Ruvublik Uruguay. Fray Bentos, Vize- Konsul, die Departements Pnysandü und Rio Negro.

Paraguay.

Neben Bolivia ist Paraguay die einzige der südamerikanischen Republiken, die keine Meeresküste ausweist. Im Gegensatz zu jenem verfügt es aber im Paranü und dem Rio Paraguay über wasserreiche Stromläuse, die einen Export erleichtern. Die 1900 gezählte Bevölkerung von 635 571 Seelen enthielt unter 18286 Fremden 916 Deutsche, doch war seither die Zuwanderung aus dem Deutschen Reiche so groß, daß wir mit 1200 Deutschen nicht zu hoch rechnen. In der Hauptstadt Asuncion mit 51719 Einwohnern (1900) waren unter 4644 Fremden 234 Deutsche, in Villa Encarnacion unter 3500 Einwohnern 54 Deutsche, die über eine deutsche Schule verfügen, sowie über einen Gesangverein und den VereinGermania" zur Erhaltung und Förderung deutscher Sprache und Sitte.

Die übrigen verteilen sich aus die Kolonien, deren älteste San Bernar- dino ist, gegründet 1883 und mit aus Deutschland eingewanderten Kolonisten besiedelt. 1901 uuter 1200 Seelen 124 Deutsche, dabei noch starkes Anwachsen. Die romantische Lage am Jvacaray-See und das gesunde Klima machten den Ort zum Luftkurort für alle La Plata-Staaten und verdrängten die Landwirtschaft zu Gunsten eines mit dem Fremdenverkehr zusammenhängenden Gewerbes; Brauerei, Brennerei, Herstellung eingemachter Früchte, Seifenfabrik, Gerberei, Ziegelei,