Togo — Kamerun.
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Die meisten sind Kaufleute und siedelten sich erst in den letzten zwei Jahrzehnten im Lande an.
Vertretungen des Deutschen Reiches sind folgende vorhanden: Tanger, Gesandter und General-Konsul inieiiw. Casablanca, Konsul. Marakesch, Konsular-Agent. Mazagan, Vize-Konsul. Mogador, Vize-Konsul. Rabat, Vize-Konsul. Saffi, Vize-Konsul. Fes, Vize-Kousul. Larasch, Vize-Konsul.
Togo.
Um Zollbelästigungen zu entgehen, denen sie aus englischem Gebiete unterworfen waren, siedelten sich seit 1880 verschiedene Bremer und Hamburger Firmen im Togolande an der Sklavenküste an. Da trotzdem ihre Handelsinteressen gefährdet waren, riefen sie den Schutz des Reiches an, das am 30. Januar 1884 durch die „Sophie" das Protektorat übernahm und später durch die „Leipzig" das deutsche Schutzgebiet noch weiter ausdehnte. Oertliche Unruhen im Jahre 1885 wurden leicht gedämpft. Grenzstreitigkeiten mit dem englischen und sranzösischen Nachbar durch Verträge von 1890 und 1897 beseitigt.
Ueber die Bevölkerung unterrichtet die folgende Tabelle:
Beruf und Geschlecht der in Togo ansässigen weißen Bevölkerung.
Männer
Frauen
«
L
lsleute
ssionare
mzer
8
L
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grauen
S
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Kinder
Summe
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U
U
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N
65
35
31
5
136
7
ii
3
21
2
159
Die Eingeborenen sind Eweneger und Haussa, die in größeren Mengen auf Zeit nach Kamerun zur Plantagenarbeit zu gehen pflegen. Auch dauernde Uebersiedlungen nach Kamerun kommen vor.
Die wirtschaftliche Bedeutung des dicht bevölkerten Togo beruht aus dem Küstenhandel und dem Zwischenhandel mit dem Innern. Aber auch Plantagenunternehmungen lassen sür die Zukunft gute Erträge erwarten. Angebaut werden Gummibäume, Kaffee, Kakao und Kola. Ausfuhrgegenstände sind serner noch Kopra, Palmöl, Palmkerne, Erdnüsse und Mais.
Kamerun.
Seit 1868 hatten sich am Kamerunflusse und an der Biafrabucht Hamburger Handelshäuser niedergelassen und waren 1874 das Reich um Schutz angegangen. Als im Anfange der 80 er Jahre ihre Handelsinteressen gefährdet wurden, erhielt der General-Konful Dr. Nachtigall vom Reiche 1884 den Auftrag, an dem Küstenstrich zwischen dem Nigerdelta und Gabun mit den unabhängigen Stammeshäuptlingen Schutzverträge abzuschließen Schon Ende des Jahres 1884 hatte man gegen die von den Engländern aufgehetzten Hyckory- und Joß-Neger-Stämme zu kämpfen.