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Rumänien. — Serbien.
Hwmtmien.
In Rumänien leben, nach Schätzungen, rund 50000 Deutsche, die in zwei Kategorien sich scheiden. In den Städten, in der Hauptstadt vor allem, wohnen Kaufleute, Handwerker und Angehörige der liberalen Berufe, in der Dobrudscha, dem Striche südlich der Donaumündung deutsche Bauern, denen es wirtschaftlich nicht gut geht, im Gegensatz zu der ersterwähnten Stadtbevölkerung.
Bukarest.
In Bukarest (11000 Deutsche ^ 6°/o der Gesamtbevölternng) ist ein großer Teil der Industrie (Weberei, Metall-, Holz-, Leder-Fabriken, zwei große Bierbrauereien) und des Handels in deutschen Händen. Viele Rumänen, auch einfachen Standes, sprechen deutsch. Zwei Tages-Blätter erscheinen in deutscher Sprache; eine Reihe von deutschen Gesellschaften und Vereinen dient nicht nur der Geselligkeit. Konsulat. Turn-Severin hat als erster rumänischer Donauhasen eine ansehnliche deutsche Bevölkerung. Von Bedeutung sind ferner die andern Donauplätze Braila und Galatz, wie auch Jassn in der Moldau und der wichtige Hasen des Schwarzen Meeres Constanza (Küstendsche).
Die deutschen Dobrudscha-Dörfer.
In der Stadt Tultscha (am rechten Donauuser, nachdem sich die Kilia, aber bevor sich die Suliua abgezweigt hat, gelegen), hat ein ganz deutsches Stadtviertel, die deutsche Mahala, die Bewohner sind Wirte und Handwerker. Bauern wohnen in den Dörsern Kataloi und Atmadscha unter sehr ärmlichen Verhältnissen und kamen aus dem Posenschen und aus Württemberg. Zum Teil haben sie, nachdem -sie nach den Befreiungskriegen die Heimat verlassen hatten, in Neu-Rußlcmd gewohnt; die Uebersiedelung in die Dobrudscha war damals kein so bedeutender Schritt, weil sie noch nicht rumänisch war. Angebaut werden Mais, Hirse und Weizen. Der Religion nach sind sie evangelisch. Ihre Zahl beträgt gegen 5000.
Deutsche Konsuln in Rumänien.
(Sitz, Amtscharakter, Amtsbezirk.)
Bukarest, Konsul, Kleine und Große Walachei, untergeordnet Konsular- agenten in Crajova und Pitest. Galatz, Konsul, Donaudelta und Dobrudscha, untergeordnet Vize-Konsuln in Braila und Küstendsche. Jassn, Konsul, Moldau, untergeordnet Vize-Konsuln in Bacau, Botuschan und Roman.
Deutsche Presse in Rumänien.
In Bukarest erscheinen seit 1880 wöchentl. 6 mal „Bukarester Tagblatt", seit 1884 „Rumänischer Llond", wöchentl. 6 mal.
Serbien.
Man schätzt die Zahl der Deutschen in Serbien aus 7000. Die deutsche Sprache ist in dem Lande, das 200 Km lang an die deutsche Donau grenzt, noch weit verbreiteter und unbestritten die Handelssprache. (Semlin, gegenüber Belgrad, zählt mit 7100 fast die Hälfte deutsche Einwohner, Alt-Orsowa 1850 ^ 40°/».)