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Handbuch des Deutschtums im Auslande / Einl. von Fr. Paulsen. Statist., geschichtl. und wirtschaftl. Übersicht von F. H. Henoch. Hrsg. vom Allgemeinen Deutschen Schulverein zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande
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Galizien und Bukowina. Haupttabellen.

Galizien und Bukowina.

Die Bevölkerung Galiziens und der Bukowina.

^) Nach der Umgangssprache. 1900.

absolut

relativ

Galizien

Bukowina

Galizien

°/°

Bukowina

"/«

Polen..........

211 752 3 938 702 3 074 449 508 9 014 127

151

159 480 26 857 297 798 229 018 956 103 9 516 125

2,9 54,7 42,2

0,1

22

3,7 41 3 32,4

0,1

1,2

Zusammen

7 234 703

723 504

100

100

ti) Nach dem Religions-

Bekenntnis. 1900.

absolut

relativ

Galizieu

Bukowina

Galizien

°/°

Bukowina

7»

Griechisch Unierte......

Griechisch Nicht-Unierte....

3 350 512 3 104 103 2 233 45 331 811 371

86 656 23 383 500 262 19 272 96 150

^

45,4 42,2 0,0 0,6 11,7 °,1

11,2

3,1 69,7

2,5 12,8

0,7

Zusammen

7 234 703

723 504

100

100

Die beiden, ihrer früheren geschichtlichen Entwicklung nach gleichen Landes­teile des diesseitigen Oesterreich sind in der Tabelle zusammengestellt, um zu zeigen, daß sie nach der Nationalitätenzusammensetzung von heute durchaus verschieden sind, und weil sie durchaus auseinander gehalten werden müssen. In Galizien verfügen die Polen zahlenmäßig über die absolute Mehrheit, in der Bukowina stehen mit ^/io der Gesamtbevölkerung die Ruthenen an erster Stelle. Dort verschwinden die Deutschen und kommen nur als eine im Lande zerstreute Minderheit in Frage, die, auch im Bunde mit dem Ruthenentum, der herrschenden Klasse nicht gewachsen ist. Mit den Rumänen verbündet, können aber in der Bukowina die Deutschen die Ruthenen meistern.

Die galizischen Sprachinseln, denen jeder Zusammenhang mit dem Deutsch­tum und jede Anlehnung an ein geschlossenes deutsches Sprachgebiet fehlt, sind in gefährdeter Lage. Zwar fitzen sie zum Teil schon seit dem Mittelalter hier, wo sich, wie über die andern polnischen Länder, so auch über Galizien der Strom der deutschen Einwanderung ergoß. Krakau war im 15. und 16. Jahrhundert eine deutsche Stadt. Die 1226 vom Bischos Jwo errichtete Marienkirche war sür die Deutschen bestimmt. Im 14. Jahrhundert erscheinen unter den Bürger­meistern und Räten der Stadt zahlreiche deutschen Namens, wie auch für Straßen und Plätze Krakaus viele deutsche Bezeichnungen im Schwange sind. Auch die Städte und Dörfer der Tatragegend bezeichnet ein polnischer Chronist aus dem 16. Jahrhundert als beinahe du'rchgehends deutsch. Ebenso sind die 27 Tatradörfer des Podhalaner deutschen Ursprungs, und selbst in Lemberg spielte einst das Deutsch-